1. Einführung: Die wichtigste Frage ist nicht die, die Sie gerade stellen
Die meistgestellte Frage vor jedem Website Projekt ist zugleich die am wenigsten entscheidende. Mit welchem Programm soll ich meine Website erstellen? Sie klingt nach Technik, ist aber in Wahrheit eine Frage nach Aufwand, Geld und Kontrolle. Es gibt einen Grund, warum Sie nach genau diesem Begriff gesucht haben: Der Markt wirft Ihnen ein Dutzend Tools an den Kopf, und jedes verspricht, das beste zu sein. Dieser Beitrag sortiert das für Sie, ohne Anbieter-Marketing.
Auf einen Blick:
- WordPress läuft auf rund 41,5 Prozent aller Websites weltweit und hält etwa 59,3 Prozent des Marktes unter allen erfassten CMS (W3Techs, Stand Juni 2026).
- Baukasten-Anbieter wie Wix (rund 6,1 Prozent) und Squarespace (rund 3,5 Prozent) bleiben am CMS-Markt zusammen klar unter zehn Prozent (W3Techs).
- WordPress ist kostenlose Open-Source-Software unter der GPL-Lizenz, finanziert werden nur Domain und Hosting (WordPress.org).
- Für das Google-Ranking spielt die Wahl des Programms keine direkte Rolle, entscheidend ist das fertige Ergebnis (Google Search Central).
Eine Website erstellen Sie mit einem von drei Programm-Typen: einem Homepage-Baukasten wie Wix oder Squarespace für schnelle Ergebnisse ohne Programmierkenntnisse, einem Content-Management-System wie WordPress für maximale Flexibilität, oder mit reinem Code aus HTML und CSS für volle Kontrolle. Welches Programm zu Ihnen passt, hängt von drei Faktoren ab: Budget, Anspruch und der Frage, wer die Seite später pflegt. Ob Sie besser selbst programmieren oder erstellen lassen, klären wir in einem eigenen Vergleich.
Wir bei Kreativschock setzen seit über 15 Jahren Websites für Selbstständige, Vereine und KMU im Raum Göttingen um. Wenn Sie lieber gleich abgeben möchten, statt sich durch Tool-Listen zu arbeiten, finden Sie hier professionelles Webdesign aus einer Hand. Wer es selbst angehen will, liest jetzt am besten weiter. Beide Wege sind legitim, und genau das ist der eigentliche Kern dieses Vergleichs.
2. Drei Wege, eine Website zu erstellen
Hinter den vielen Programmnamen verbergen sich nur drei grundlegend verschiedene Wege. Verstehen Sie diese drei, verstehen Sie den ganzen Markt.
Der Homepage-Baukasten ist wie ein möbliertes Apartment: Sie ziehen ein, alles ist da, Sie ändern nur die Bilder an der Wand. Das Content-Management-System ist Ihr eigenes Haus auf eigenem Grundstück: Sie bestimmen jeden Raum, müssen sich aber um Heizung und Dach kümmern. Und reiner Code ist das Haus, das Sie Stein für Stein selbst mauern: maximale Freiheit, maximaler Aufwand.
- Baukasten (Website-Builder): Wix, Squarespace, Jimdo, IONOS. Domain, Hosting und Editor in einem Abo. Sie zahlen monatlich und bauen per Drag-and-Drop.
- CMS (Content-Management-System): WordPress, Joomla, Drupal. Die Software ist kostenlos, Sie mieten Hosting dazu und erweitern alles über Plugins und Vorlagen.
- Code: HTML, CSS und ein Editor wie Visual Studio Code, dazu Design-Tools wie Figma. Volle Kontrolle, aber echte Programmierkenntnisse nötig.
Wie steht es um Ihren eigenen Anspruch? Die meisten KMU brauchen weder die komplette Bastelfreiheit eines Code-Projekts noch die engen Grenzen eines reinen Baukastens. Sie landen am Ende in der Mitte. Warum das so ist, zeigt schon ein Blick auf die tatsächliche Verbreitung der Programme.
Diese Dominanz ist kein Zufall. Sie entsteht, weil WordPress den Mittelweg zwischen Einsteiger-Komfort und Profi-Freiheit am besten trifft. Doch der Reihe nach.
3. Der Homepage-Baukasten: schnell starten ohne Programmierkenntnisse
Homepage-Baukästen haben den Traum von der eigenen Website auch für Menschen ohne Budget und ohne Coding-Kenntnisse in Griffweite gerückt. Sie wählen eine der fertigen Vorlagen, ziehen Texte, Bilder und Buttons per Drag-and-Drop an ihren Platz und gehen online. Domain, Hosting und SSL stecken im Abo. Schneller geht eine eigene Website kaum.
3.1 Wix, Squarespace und Jimdo im Kurzporträt
Wix gilt als der intuitivste Website-Builder mit der freiesten Gestaltung und bietet inzwischen KI-Tools, die aus ein paar Antworten eine erste Seite generieren. Squarespace punktet mit besonders hochwertigen, gestalterisch strengen Templates. Jimdo und die Baukästen von IONOS oder Strato richten sich an Einsteiger, die vor allem schnell und kostengünstig präsent sein wollen. Ein guter Baukasten begleitet Sie durch die komplette Erstellung, vom Layout bis zur Veröffentlichung.
Viele dieser Anbieter werben mit einem kostenlosen Einstieg. Kennen Sie das Gefühl, wenn ein Gratis-Angebot zu schön klingt, um wahr zu sein? Genau hier lohnt der zweite Blick. Vollkommen kostenlos heißt fast immer: mit Anbieter-Werbung, mit einer Adresse wie meinname.wix.com statt eigener Domain und mit Speichergrenzen. Eine professionelle Website braucht die kostenpflichtige Stufe. Wo die Grenzen liegen, wenn Sie Websites kostenlos erstellen, zeigt unser Praxis-Check.
3.2 Wo der Baukasten an seine Grenzen stößt
Ein Baukasten ist wie ein Linienflug: bequem, günstig, zuverlässig, aber Sie bestimmen weder Route noch Abflugzeit. Die Vorlagen sehen sich untereinander ähnlich, die kreative Freiheit ist begrenzt, und in Sachen Ladezeiten und tiefer Suchmaschinenoptimierung stoßen Sie irgendwann an eine Wand. Vor allem aber: Sie mieten. Kündigen Sie das Abo, ist die Website weg, und ein einfacher Umzug zu einem anderen Anbieter ist meist nicht vorgesehen.
Für eine schlanke Visitenkarten-Website, die einfach nur Öffnungszeiten, Kontakt und ein paar Bilder zeigt, ist genau diese Einfachheit ein Vorteil. Nicht jedes Projekt braucht ein eigenes Haus. Manchmal reicht das möblierte Apartment vollkommen.
4. Das CMS wie WordPress: der flexible Standard
Ein Content-Management-System ist die zweite große Methode, eine Website zu erstellen und dauerhaft zu verwalten. Die Plattformen sind deutlich vielseitiger als Baukästen, nehmen Sie aber weniger an die Hand. Das bekannteste und beliebteste CMS ist WordPress, und für die allermeisten KMU ist es genau deshalb die richtige Wahl.
WordPress ist kostenlose Open-Source-Software. Auf der offiziellen Projektseite heißt es dazu: WordPress.org beschreibt das Ziel als „demokratisierte Veröffentlichung und die Freiheiten, die mit Open Source kommen“ (Original: „democratizing publishing and the freedoms that come with open source“). Und das Projekt formuliert den eigenen Anspruch so: „Gute Software sollte mit minimalem Aufwand funktionieren und legt Wert auf Barrierefreiheit, Performance, Sicherheit und einfache Bedienung“ (Original: „great software should work with minimum set up, emphasizing accessibility, performance, security, and ease of use“).
Genau das ist der Punkt: Dasselbe Programm wächst mit Ihnen mit. Heute eine schlichte Firmenseite, morgen ein Blog, übermorgen ein Online-Shop. Über zehntausende Plugins erweitern Sie WordPress um fast jede denkbare Funktion, und über Themes verändern Sie das Design grundlegend. Die Plugins sind dabei wie der App-Store auf Ihrem Smartphone: Das Gerät kann von Haus aus telefonieren, alles andere installieren Sie nach Bedarf.
4.1 Joomla und Drupal: die Geschwister von WordPress
WordPress ist nicht das einzige CMS. Joomla bietet ähnlich viele Integrationsmöglichkeiten, gilt für Einsteiger aber als komplexer. Drupal ist die Wahl für sehr große, individuelle Projekte mit zehntausenden Erweiterungen, verlangt dafür aber solides Entwickler-Wissen. Beide sind leistungsstark und flexible Open-Source-Systeme. Für die typische KMU-Website sind sie meist überdimensioniert, während WordPress den besten Kompromiss aus Funktionsumfang und Bedienbarkeit liefert.
4.2 Domain und Hosting: der eine Posten, den Sie selbst tragen
Während der Baukasten Hosting und Domain als Teil des Pakets begreift, kümmern Sie sich beim CMS selbst darum. Das klingt nach Arbeit, ist aber ein Vorteil: Die Website gehört Ihnen, samt aller Inhalte und Daten. Sie können den Hoster wechseln, ohne die Seite neu zu bauen. Ein WordPress-Hosting beginnt bei wenigen Euro im Monat, eine eigene Domain kostet meist um die zehn Euro im Jahr.
In unserer Projektpraxis zeigt sich regelmäßig: Die Wahl des Programms entscheidet seltener über Erfolg oder Misserfolg als die Frage, wer die Seite danach pflegt. Aus der Praxis können wir sagen, dass unsere mit WordPress umgesetzten Websites durch Bildkomprimierung, Caching und das Entfernen überflüssiger Skripte regelmäßig PageSpeed-Werte von 90 und mehr erreichen. Das ist keine Frage des Tools, sondern der Handarbeit dahinter.
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5. Selbst programmieren: Code, Editor und volle Kontrolle
Der dritte Weg ist der älteste: eine Website von Grund auf programmieren. Mit HTML legen Sie die Struktur fest, mit CSS das Aussehen, geschrieben in einem Editor wie dem kostenlosen Visual Studio Code. Das Design entsteht oft vorher in einem Tool wie Figma, mit dem Entwickler und Designer in Echtzeit zusammenarbeiten. Reiner Code bedeutet: keine Vorlagen, keine Grenzen, jede Zeile gehört Ihnen.
Dieser Weg setzt echte Programmierkenntnisse voraus. Für einen Einsteiger, der eine eigene Homepage erstellen möchte, ist er der falsche. Selbst geübte Entwickler greifen für Standard-Projekte heute zu einem CMS, weil das Rad nicht neu erfunden werden muss. Volle Kontrolle ist nur dann ein Gewinn, wenn Sie sie auch nutzen können.
Wo Code dagegen glänzt: bei hochwertig gestalteten Sonderlösungen, Web-Apps und allem, was über eine klassische Website hinausgeht. Für die meisten Unternehmen liegt die Wahrheit jedoch nicht an den Rändern, sondern in der Mitte des folgenden Spektrums.
6. Welches Programm passt zu Ihnen? Die Entscheidungsmatrix
Statt nach dem „besten“ Programm zu fragen, beantworten Sie eine einzige Gegenfrage: Was soll die Website leisten, und wie viel Zeit wollen Sie selbst investieren? Daraus ergibt sich die Wahl fast von allein.
| Ihr Profil | Empfehlung | Warum | Kosten-Logik |
| Visitenkarte, sehr kleines Budget, selbst pflegen | Baukasten | Schnell, intuitiv, alles inklusive | Monatliches Abo |
| Professionelle Firmenseite, soll wachsen | WordPress (CMS) | Flexibel, erweiterbar, eigene Daten | Hosting plus einmalige Erstellung |
| Online-Shop oder Buchungssystem | WordPress mit WooCommerce | Bewährter Standard, viele Erweiterungen | Hosting plus Shop-Plugins |
| Individuelle Web-App, eigenes Entwicklerteam | Code | Keine Grenzen, volle Kontrolle | Hoher Entwicklungsaufwand |
6.1 Was die meisten Ratgeber übersehen
Die meisten Tool-Listen tun so, als entscheide das Programm über den Erfolg Ihrer Website. Unsere Position nach über 15 Jahren und zahlreichen Website-Projekten ist eine andere: Das Werkzeug ist die unwichtigste Entscheidung. Sie kaufen ja auch nicht den Werkzeugkasten, bevor Sie wissen, was Sie bauen wollen. Wichtiger sind drei Fragen, die in keinem Anbieter-Prospekt stehen: Wem gehören die Inhalte, wer pflegt die Seite, und ist sie für Menschen gut bedienbar?
Das gilt sogar für Google. Der Google-Analyst John Müller hat die Frage, ob das CMS das Ranking beeinflusst, unmissverständlich beantwortet: „Soweit ich weiß, achten unsere Suchsysteme nicht auf ein bestimmtes Content-Management-System, um es anders zu behandeln. Für uns ist ein CMS nur eine Möglichkeit, Webseiten zu erstellen“ (Original: „As far as I know, our search systems don’t look for any particular content management system to treat it differently. For us, a CMS is just one way of creating webpages“). Nachzulesen in der Analyse von Search Engine Journal.
Heißt im Klartext: Wer Ihnen das Programm als Geheimwaffe fürs Ranking verkauft, hat die Quellen nicht gelesen. Ob Sie eine Website bei Wix erstellen oder mit WordPress, gute Inhalte und saubere Technik bringen das Ranking, nicht das Logo im Editor. Wenn Sie an dieser Stelle tiefer einsteigen wollen, hilft eine fundierte Suchmaschinenoptimierung mehr als jeder Tool-Wechsel.
✓ Homepage-Baukasten
- Sofort startklar, kein technisches Vorwissen
- Domain, Hosting und SSL im Abo enthalten
- Ideal für schlanke Visitenkarten-Seiten
- Begrenzte Gestaltung, Sie mieten statt zu besitzen
✓ CMS wie WordPress
- Wächst mit, von der Firmenseite bis zum Shop
- Inhalte und Daten gehören Ihnen
- Zehntausende Plugins und Vorlagen
- Pflege und Hosting liegen in Ihrer Hand
7. Fazit: Erst das Ziel, dann das Programm
Die Frage „mit welchem Programm“ stellt das Pferd von hinten auf. Klären Sie zuerst, was Ihre Website leisten soll. Dann fällt die Wahl des Tools fast von allein.
Für die meisten Selbstständigen, Vereine und KMU ist WordPress die sichere Mitte: flexibel genug zum Wachsen, einfach genug für den Alltag. Ein reiner Baukasten reicht für die schlanke Visitenkarte, eigener Code lohnt nur bei echten Sonderfällen. Und für das Google-Ranking ist es ohnehin zweitrangig, womit Sie bauen.
Am Ende zählt das Gefühl, wenn Sie morgens den Laptop aufklappen, Ihre Seite sauber lädt und über Nacht zwei neue Anfragen im Postfach liegen. Eine Website, die schnell ist, Ihnen gehört und sich anfühlt wie ein Werkzeug, das für Sie arbeitet, statt gegen Sie. Welches Programm dahintersteckt, merkt dann niemand mehr. Und genau so soll es sein.
8. Anhang: Checkliste vor der Programm-Wahl
Diese Punkte klären Sie am besten, bevor Sie sich für ein Tool entscheiden:
- Ziel: Visitenkarte, wachsende Firmenseite oder Online-Shop?
- Eigenleistung: Wollen Sie selbst pflegen oder lieber abgeben?
- Eigentum: Müssen Inhalte und Daten Ihnen gehören und umziehbar sein?
- Budget: Laufendes Abo oder einmalige Erstellung plus Hosting?
- Zukunft: Soll die Website in zwei Jahren mehr können als heute?
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Häufige Fragen: mit welchem Programm eine Website erstellen?
Disclaimer: Alle genannten Preise, Marktanteile und Zeitangaben sind Erfahrungswerte und Momentaufnahmen. Sie können je nach Anbieter, Region und Projektumfang abweichen. Marktdaten geben den Stand der jeweils genannten Quelle wieder. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

