1. Einführung: Keyword Recherche erstellen lassen oder selbst machen
21 Startseiten von Sanitätshäusern, drei Wörter, die deren Kundschaft bei Google eingibt: Rollator, Kompressionsstrümpfe, Einlagen. Auf 16 der 21 Seiten kam mindestens eines dieser Wörter irgendwo im Text vor, im Seitentitel dagegen auf keiner einzigen, und zwar quer durch alle sechs Städte der Stichprobe. Dort stand 21 Mal das Branchenwort. Diese Lücke zwischen dem Wort im Betrieb und dem Wort in der Suchmaske ist der Grund, warum Unternehmen eine Keyword Recherche erstellen lassen.
Auf einen Blick
- Von 21 geprüften Sanitätshaus-Startseiten trug keine einzige einen der drei vorab festgelegten Kundenbegriffe im Seitentitel. Ein Branchenwort stand in allen 21 Titeln (Kreativschock-Stichprobe, September 2026).
- Mindestens einer der drei Begriffe kam auf 16 von 21 Startseiten vor, alle drei auf 2 von 21. Das Wort Rollator fand sich auf 5 von 21 Startseiten (Kreativschock-Stichprobe, September 2026).
- Der Google Keyword Planner ist ein Werkzeug für Suchkampagnen in Google Ads. Für den Zugang zu den Grundfunktionen verlangt Google die Eingabe von Zahlungsinformationen (Google Ads-Hilfe).
- Google Trends nennt keine absoluten Suchanfragen, sondern eine normalisierte Skala von 0 bis 100. Begriffe mit niedrigem Suchvolumen erscheinen dort als 0 (Google Trends-Hilfe).
- Die einmalige Analyse inklusive Suchbegriffen kostet bei Kreativschock 1.490 Euro netto, die laufende Betreuung beginnt bei 690 Euro netto im Monat (kreativschock.de).
Eine Keyword Recherche erstellen lassen heißt, einen Dienstleister die Suchbegriffe ermitteln zu lassen, mit denen Ihre Zielgruppe nach Ihrem Angebot sucht. Er prüft das Suchvolumen für jedes Keyword, dazu Wettbewerb und Suchintention, ordnet jedem Begriff eine Seite zu und liefert eine priorisierte Keyword-Liste, die Sie danach abarbeiten können.
Die Arbeit selbst ist kein Geheimwissen. Tools liefern Keyword-Ideen in Minuten. Die wichtigsten davon sind kostenlos. Teuer wird die Sache erst an einer anderen Stelle. Entschieden werden muss nämlich, welcher Begriff auf welche Seite gehört und welcher gar nicht bedient wird. Wer die Begriffe zwar beisammen hat, für die wichtigsten davon aber keine passende Seite vorweisen kann, sollte den nächsten Schritt gleich mitplanen und die Texte auf Suchbegriffe ausrichten lassen. Wer beides abgeben möchte, findet bei uns Suchbegriffe und laufende Betreuung in einem Paket.
2. Selbst recherchieren und recherchieren lassen im Schnellüberblick
Beide Wege führen zu einer Liste relevanter Keywords. Unterschiede gibt es beim Aufwand, bei der Datentiefe und vor allem bei der Frage, wer am Ende die Zuordnung verantwortet.
| Kriterium | Selbst recherchieren | Recherche erstellen lassen |
| Zeitaufwand | zwei bis fünf Arbeitstage beim ersten Mal | ein Fragebogen und ein Gespräch |
| Datenqualität | gerundete Werte aus kostenlosen Quellen | Tooldaten plus Ihre Search Console |
| Wettbewerbsanalyse | manuell, Suchergebnisse einzeln sichten | systematisch, Begriff für Begriff |
| Zuordnung zu Seiten | bleibt oft offen | Teil der Lieferung |
| Kosten | Ihre Arbeitszeit | dreistellig bis vierstellig, einmalig |
| Risiko | Begriffe ohne passende Seite | Liste, die niemand umsetzt |
Am wichtigsten ist die letzte Zeile.
Beide Wege scheitern an derselben Stelle. Nämlich dann, wenn aus der Liste keine Seite wird.
3. Keyword Recherche selbst machen: die kostenlosen Tools und ihre Grenzen
Wer die Keyword-Recherche betreiben will, ohne jemanden dafür zu bezahlen, kommt mit vier kostenlosen Quellen erstaunlich weit. Jede davon hat eine Eigenheit. Am besten kennt man sie, bevor Entscheidungen auf ihre Zahlen gestützt werden.
3.1 Google Keyword Planner: gebaut für Anzeigen, genutzt für SEO
Der Google Ads Keyword Planer ist das bekannteste kostenlose Keyword-Tool im deutschsprachigen Raum. Die Google Ads-Hilfe beschreibt seinen Zweck unmissverständlich: „Der Keyword-Planer von Google erleichtert Ihnen die Suche nach Keywords für Ihre Suchkampagnen.“ Er ist ein Werkzeug für bezahlte Anzeigen. SEO-Profis zweckentfremden es. Das ist nicht schlimm, erklärt aber zwei Eigenheiten.
Erstens: Für den Zugriff auf Grundfunktionen wie „Ideen für neue Keywords erhalten“ muss laut derselben Hilfeseite zuerst die Kontoeinrichtung abgeschlossen und eine gültige Zahlungsinformation hinterlegt werden, bevor überhaupt eine einzige Zahl sichtbar wird. Kostenlos heißt hier nicht voraussetzungsfrei.
Zweitens: Der Status „Geringes Suchvolumen“ bedeutet nach Angaben der Google Ads-Hilfe, dass es für ein Keyword bisher nur wenige oder überhaupt keine Suchanfragen gab. Bewertet werden dafür die weltweiten Suchanfragen der letzten zwölf Monate, also ein Zeitraum, der mit der Frage nach dem Wert eines Begriffs für Ihr Geschäft wenig zu tun hat. Ein kleineres Keyword hat naturgemäß ein geringeres Suchvolumen, und für eine Google Ads Kampagne ist diese Kennzeichnung eine sinnvolle Bremse. Für Ihre Website kann derselbe Begriff trotzdem der wertvollste sein. Wenige Suchanfragen heißt nicht wenig wert.
3.2 Google Trends: Richtung ja, Suchvolumen nein
Google Trends zeigt, wie sich das Interesse an einem Begriff über die Zeit verändert. Absolute Zahlen liefert das Tool bewusst nicht. Die Daten werden normalisiert. Laut Google Trends-Hilfe erscheinen die Ergebnisse „in einer Skala von 0 bis 100, die sich nach der Nachfrage nach einem Thema im Vergleich zu allen Suchanfragen für alle Themen richtet“. Begriffe mit wenig Nachfrage erscheinen dort schlicht als 0.
Google selbst formuliert die nötige Vorsicht deutlicher, als es die meisten Ratgeber tun: „Google Trends-Daten sollten immer als ein Datenpunkt unter vielen betrachtet werden, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden.“ Für die Prüfung der Saisonalität wird man hier fündig. Für die Frage, ob sich ein Begriff lohnt, wird eine zweite Quelle benötigt.
3.3 Google Search Console und Google Suggest: die unterschätzten Quellen
Die Google Search Console zeigt, für welche Suchanfragen Ihre Seiten in der Google Suche heute schon erscheinen, mit Position, Impressionen und Klicks. Das sind keine Schätzungen. Es sind Ihre eigenen Zahlen. Sie sehen dort auch, ob ein Keyword rankt, das Sie nie auf dem Schirm hatten. Kein Keyword Recherche Tool der Welt kennt Ihre Website besser.
Google Suggest und die verwandten Suchanfragen am Ende der Suchergebnisse sind die zweite kostenlose Quelle. Beide zeigen echte Formulierungen echter Menschen, inklusive der Fragen, die diese Menschen tatsächlich eingeben, und genau darin liegt ihr Wert gegenüber jeder geschätzten Zahl. Ergänzend liefert Ubersuggest Ideen für Keywords samt CPC-Schätzung, allerdings in der Gratisversion stark begrenzt.
Ein Hinweis zur Datenlage: Kein kostenloses Tool zur Keyword-Recherche bildet den gesamten Suchmarkt ab. Verschiedene Anbieter nutzen verschiedene Datenquellen, deshalb weichen die Angaben zum Suchvolumen eines Keywords voneinander ab. Wer drei Tools fragt, bekommt drei Zahlen. Das ist kein Fehler. Das ist die Methode.
3.4 Tools zur Keyword-Recherche im Überblick
Vier Werkzeuge decken den Bedarf der meisten kleinen und mittleren Unternehmen ab. Alles Weitere ist Komfort.
| Tool | Stärke | Grenze |
| Google Keyword Planer | Ideen für Keywords und Suchvolumen | für Google Ads gebaut, Konto nötig |
| Google Trends | Saisonalität und Richtung | keine absoluten Suchanfragen |
| Google Search Console | Ihre echten Suchbegriffe und Rankings | nur die eigene Website |
| Semrush Keyword Tool, Ubersuggest | verwandte Keywords, Wettbewerb, CPC | Gratisversionen stark begrenzt |
Wer Keyword Research auf Englisch recherchiert, findet dieselben Werkzeuge unter anderen Namen. Die Methode dahinter ändert sich nicht. Welche Tools Sie für die Keyword-Recherche verwenden, ist am Ende weniger entscheidend als die Frage, was Sie mit dem Ergebnis anfangen.
3.5 Was die kostenlosen Tools nicht leisten
Ein Keyword-Tool ist wie ein Katalog eines Baumarkts. Es sagt Ihnen, welche Schrauben es gibt und was sie kosten. Es sagt Ihnen nicht, welche in Ihre Wand gehört.
Drei Dinge bleiben offen, egal wie viele Tools Sie öffnen. Erstens die Suchintention: Ob hinter „grüner tee“ jemand mit Kaufabsicht oder mit einer reinen Wissensfrage steht, steht in keiner Spalte. Zweitens der Wettbewerb in Ihrer konkreten Lage: Ein Keyword in die Top 10 zu bringen ist für eine junge Domain ohne Verweise etwas völlig anderes als für eine alte Domain mit gewachsenem Bestand. Drittens die Zuordnung: Welche Seite bedient welchen Begriff, und welche zweite Seite darf es dann nicht auch versuchen. Suchbegriffe zu finden ist die leichte Übung. Ein Keyword zu finden, das zu einer vorhandenen Seite passt, ist die schwere.
Kurz zusammengefasst: Die kostenlosen Tools liefern Keyword-Ideen, Suchvolumen als Näherung und erste Hinweise darauf, wie oft passende Keywords gesucht werden. Sie liefern keine Entscheidung darüber, welcher Begriff zu welcher Seite gehört. Genau diese Entscheidung ist der Teil, für den Unternehmen eine professionelle Keyword-Recherche bei einer SEO Agentur beauftragen.
Wie diese Begriffe danach technisch und inhaltlich wirksam werden, hängt an der übrigen Optimierung. Dazu gehört auch, was Google sonst noch bewertet, von der Ladezeit bis zur internen Verlinkung.
4. Keyword Recherche erstellen lassen: Ablauf und Leistungen
Wie eine gründliche Keyword-Recherche funktioniert, ist bei seriösen Anbietern erstaunlich ähnlich. In der Regel dauert sie ein bis zwei Wochen. Der größte Teil der Zeit geht nicht für die Tools drauf, sondern für das Sortieren.
4.1 Was vorher geklärt wird
Am Anfang steht ein Fragebogen oder ein Gespräch: Was verkaufen Sie, an wen, in welchem Gebiet, und welche Leistung bringt am meisten Marge. Dazu kommen zwei Zugänge, nämlich zur Google Search Console und, falls vorhanden, zum Google Ads-Konto, denn erst diese beiden Quellen machen aus geschätzten Werten Ihre eigenen Zahlen. In unseren Projekten entscheidet vor allem, wie schnell diese Zugänge bereitstehen. Alles andere ist planbar.
4.2 Die fünf Arbeitsschritte
- Sammeln: Ausgangsbegriffe aus Ihrem Angebot, aus Kundengesprächen, aus der Search Console und aus den Suchergebnissen Ihrer Wettbewerber. Ziel ist Menge, noch nicht Qualität.
- Erweitern: Über ein Tool zur Keyword-Recherche kommen verwandte Keywords, Fragen und Varianten dazu. Aus 30 Ausgangsbegriffen werden schnell mehrere hundert Suchbegriffe.
- Bewerten: Je Keyword werden monatliche Suchvolumen, Wettbewerb, CPC als Wertindikator und die erkennbare Suchintention erfasst. Keywords mit hohem Suchvolumen rutschen dabei oft nach unten. Hier fällt der größte Teil der Liste wieder heraus.
- Clustern: Begriffe, die dieselbe Frage meinen, wandern in eine Gruppe. Jede Gruppe bekommt genau eine Zielseite, damit zwei eigene Seiten nicht gegeneinander ranken. Ein Regal mit klaren Fächern, nicht eine Kiste mit allem drin.
- Priorisieren: Die Gruppen werden nach Geschäftswert und Erreichbarkeit sortiert. Ganz oben steht, was nah am Auftrag liegt und realistisch ist. Ein Keyword bei Google auf Seite eins zu bringen kostet Zeit, und diese Zeit wird dort investiert, wo sie sich rechnet.
4.3 Was Sie am Ende bekommen
Eine brauchbare Lieferung besteht aus vier Teilen: der priorisierten Liste mit den richtigen Keywords samt Suchvolumen und Suchintention, der Zuordnung Begriff zu Seite, einer Übersicht der fehlenden Seiten und einer knappen Begründung der Reihenfolge. Fehlt der zweite Teil, haben Sie eine Tabelle gekauft. Keine Strategie.
Ob Ihre bestehenden Seiten diese Zuordnung überhaupt hergeben, zeigt sich erst, wenn Sie die Seitenstruktur vorher festlegen. Bei den meisten Websites fehlen nach einer sauberen Recherche drei bis zehn Seiten.
Suchbegriffe finden und zuordnen lassen
- Begriffe nach Kaufabsicht sortiert, nicht nach Suchvolumen
- Jede Gruppe bekommt genau eine Zielseite
- Ihre eigenen Zahlen aus der Search Console als Basis
- Ein persönlicher Ansprechpartner statt Ticket-Hotline
5. Direkter Vergleich: Wann welche Option passt
Die Frage ist selten grundsätzlich, sondern hängt an vier Dingen: an Ihrer Zeit, an der Größe des Wettbewerbs, am Alter Ihrer Domain und daran, ob jemand im Haus die Inhalte anschließend schreibt.
Selbst machen passt, wenn Sie ein überschaubares Angebot haben, lokal arbeiten und die Begriffe Ihrer Kundschaft aus täglichen Gesprächen kennen. Ein Handwerksbetrieb mit vier Leistungen und einem Einzugsgebiet von 30 Kilometern braucht keine Agentur, um auf „Badsanierung“ plus Ortsname zu kommen. Zwei Tage mit einem kostenlosen Keyword-Tool reichen, um diese Keywords zu sammeln.
Erstellen lassen passt, wenn mehrere Leistungen, mehrere Zielgruppen oder mehrere Standorte zusammenkommen. Sobald die Liste über etwa 50 relevante Suchbegriffe hinauswächst, wird nicht mehr das Finden der Begriffe zum Problem, sondern die Frage, welche Seite welchen davon bedienen soll. Dasselbe gilt, wenn Sie schon Rankings zwischen Position 5 und 20 haben und wissen wollen, welche davon sich am schnellsten bewegen lassen. Ein Keyword in den organischen Ergebnissen von Position 12 auf 6 zu heben bringt mehr Traffic als jeder neue Begriff. Für ein Keyword zu ranken, das schon fast oben steht, ist der kürzere Weg.
Ein drittes Muster sehen wir oft. Der Betrieb hat schon eine Recherche nach Keywords, aber sie ist zwei Relaunches alt und niemand weiß mehr, wofür welche Seite gedacht war. Das ist wie ein Küchenschrank nach dem Umzug: Alles ist da, nur steht der Zucker im Putzmittelfach.
Wie lange es dauert, bis die Arbeit sichtbar wird, hängt vom Wettbewerb ab. Das Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg schreibt dazu: „Je nach Wettbewerb und Ausgangslage können erste Verbesserungen nach 3-6 Monaten sichtbar sein.“ Die Recherche selbst ist in zwei Wochen erledigt. Die Wirkung braucht länger. Deutlich länger.
6. Was eine Keyword Recherche kostet
Der Markt ist breit, und die Spanne erklärt sich fast vollständig über den Umfang. Am unteren Ende stehen Angebote im niedrigen dreistelligen Bereich, und dafür bekommen Sie in der Regel einen Videocall, eine erste Keyword-Liste und ausdrücklich keine Zuordnung zu Ihren Seiten. Für eine Einzelperson mit einem Angebot kann das genügen.
In der Mitte, etwa zwischen 300 und 900 Euro, liegen Pakete mit mehreren Gesprächen, einer strukturierten Liste und einer groben Themenplanung. Darüber beginnt die Recherche als Teil einer Analyse, die Technik, Inhalte und Wettbewerb einbezieht.
Bei uns steckt die Recherche in der einmaligen Analyse für 1.490 Euro netto. Darin werden Technik, Inhalte, Wettbewerb und Suchbegriffe geprüft, Sie bekommen eine priorisierte Liste und 60 Minuten Besprechung, und das Dokument bleibt bei Ihnen. Bei einer Beauftragung rechnen wir den Betrag auf die ersten drei Monate an. Die laufende Betreuung beginnt bei 690 Euro netto im Monat.
Vier Faktoren treiben den Preis: die Zahl Ihrer Leistungen, die Zahl der Standorte, der Wettbewerb in der Branche und der Zustand Ihrer Seitenstruktur. Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Eine gewachsene Website mit 80 Seiten zu sortieren dauert länger als eine mit acht. Manchmal doppelt so lange.
Ein Angebot, das eine Platzierung garantiert, sollten Sie zurückgeben.
Seriös zusagen kann das niemand, weil niemand das Ranking kontrolliert.
7. Unsere Position: Die Keyword-Liste ist nicht das Ergebnis
Die meisten Ratgeber zur Keyword-Recherche enden bei der Liste. Erklärt werden Tools, Suchvolumen und Longtail, dann ist der Artikel zu Ende. Unsere Position dazu ist eine andere. Die Liste ist der billige Teil. Der teure Teil ist die Frage, ob es für jedes bestimmte Keyword eine Seite gibt, die es wirklich bedient.
Deshalb haben wir im September 24 Websites von Sanitätshäusern aus sechs Städten abgerufen, zwei davon wegen Doppelung oder falscher Branche ausgeschlossen und die verbleibenden 21 ausgewertet. Vorab hatten wir drei laientypische Suchbegriffe festgelegt: Rollator, Kompressionsstrümpfe, Einlagen. Geprüft wurde ausschließlich das ausgelieferte HTML der Startseite, mechanisch und ohne Urteil über die Betriebe. Ziel ist es, den Abstand zwischen Fachsprache und Suchsprache messbar zu machen.
Das Ergebnis: In allen 21 Seitentiteln stand ein Branchenwort wie Sanitätshaus oder Orthopädietechnik. In keinem einzigen stand einer der drei Kundenbegriffe. Auf der Startseite selbst kam mindestens einer der Begriffe bei 16 von 21 Betrieben vor, alle drei nur bei 2. Das Wort Rollator fand sich auf 5 von 21 Startseiten, obwohl vermutlich jeder dieser Betriebe Rollatoren im Laden stehen hat und viele Menschen genau dieses Wort eingeben, wenn sie einen suchen.
Eine Einschränkung gehört dazu, sonst wäre der Befund zu hart. Google gleicht einen Teil dieser Lücke selbst aus. In der Dokumentation zur Google Suche wird ein Synonymsystem beschrieben, das mehr als 30 Prozent der Suchanfragen in allen Sprachen betrifft. Das Beispiel dort: Wer nach der Helligkeit eines Laptops sucht, findet auch die Herstellerseite, die von Einstellen statt von Ändern spricht.
Das relativiert den Befund, hebt ihn aber nicht auf. Ein Synonym hilft nur, wenn die Seite die Sache überhaupt behandelt. Wo keine Seite zum Rollator existiert, gibt es nichts zu übersetzen.
Ein Wörterbuch ersetzt kein Regal.
Wir sortieren Begriffe deshalb nicht nach Volumen, sondern nach der Frage, ob dahinter jemand steht, der etwas kaufen will. Bei einem Kunden von uns, einem Grüntee-Shop im bundesweiten Wettbewerb, steht der Fachbegriff „egcg“ auf Position 1,6. Der Begriff „grüner tee koffein“ bringt mit 8.385 Sichtkontakten weit mehr Suchanfragen, ist aber eine reine Wissensfrage und führt deshalb deutlich seltener zu einer Bestellung am selben Tag. Bei einer Tischlerei in Göttingen kommen auf 10.200 Sichtkontakte 235 Klicks, also 2,3 Prozent. Bei allgemeinen Begriffen liegt dieselbe Quote oft unter einem halben Prozent.
Was daraus folgt, ist unspektakulär: Prüfen Sie zuerst, wofür Ihre Startseite heute steht, und danach, welche Begriffe noch ohne Seite dastehen. Über 15 Jahre Projektpraxis haben uns gezeigt, dass an dieser Stelle mehr Traffic liegt als in weiteren 200 Keyword-Ideen.
8. Fazit: Erst die Zuordnung, dann die Liste
Eine Keyword Recherche erstellen lassen lohnt sich, sobald die Zahl der Leistungen, Zielgruppen oder Standorte die Zuordnung unübersichtlich macht und niemand im Haus die Zeit hat, jeden Begriff einzeln gegen die Suchergebnisse zu halten. Bei einem kleinen, lokalen Angebot kommen Sie mit den kostenlosen Quellen und zwei Tagen Arbeit weit genug.
Die Tools sind in beiden Fällen dieselben.
Der Unterschied liegt in der Entscheidung, die danach getroffen werden muss.
Das Ziel ist ein konkretes Bild: Sie öffnen die Search Console und sehen neben den Begriffen, die Sie selbst gewählt haben, Ihre eigenen Seiten stehen. Jede Zeile hat eine Adresse, jeder Begriff einen Ort. Keine 400 Zeilen, die niemand abarbeitet, sondern zwanzig, die zu Ihren Seiten passen. Inhalte für diese Begriffe können anschließend selbst geschrieben oder Monat für Monat aufbauen lassen. Wer regional arbeitet, sollte zusätzlich im Umkreis auffindbar sein.
9. Anhang: Checkliste vor der Beauftragung
Sieben Fragen für das Erstgespräch. Sie kosten zehn Minuten Vorbereitung und verhindern im besten Fall genau das Ergebnis, das viele Betriebe schon einmal bezahlt haben: eine teure Tabelle, die danach niemand mehr öffnet.
- Enthält die Lieferung eine Zuordnung von Begriff zu Seite, oder nur eine Liste?
- Wird Ihre Google Search Console ausgewertet, oder nur ein Tool befragt?
- Steht im Angebot, wie viele Suchbegriffe geprüft und wie viele geliefert werden?
- Wird die Suchintention je Begriff benannt, oder steht dort nur Suchvolumen?
- Gibt es eine Übersicht der Seiten, die noch fehlen?
- Gehört das Dokument nach Abschluss Ihnen, auch ohne Folgeauftrag?
- Wird eine Platzierung garantiert? Dann geben Sie das Angebot zurück.
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