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Corporate Webdesign Agentur: 3 Checks, die 86 von 134 Firmenseiten nicht bestehen

Eine Abbildung von sieben übereinanderliegenden, dünnen, rechteckigen Schichten mit unterschiedlichen Mustern. Die oberste Schicht ist orange, während die anderen blau sind und verschiedene Strukturen wie Gitter, Wellen und Punkte aufweisen.

1. Einführung: Warum sich Webdesign Agenturen so ähnlich lesen

Fünf Anbieter, fünf Angebotsseiten, fünf mal fast derselbe Text. Strategie, Design, Technik, Suchmaschinen, alles aus einer Hand, alles im interdisziplinären Team. Wer eine Corporate Webdesign Agentur sucht, bekommt Leistungslisten, die sich kaum unterscheiden. Wir haben deshalb 134 Startseiten von Maschinenbau-Unternehmen geprüft und nach Merkmalen gesucht, die man ohne Werkzeug nachsehen kann. 86 dieser Seiten hatten mindestens einen Befund.

Auf einen Blick

  • Von 134 geprüften Startseiten deutscher Maschinenbau-Unternehmen bestehen nur 48 alle drei Prüfpunkte dieses Beitrags (Kreativschock-Stichprobe, August 2026).
  • 75 dieser 134 Startseiten liefern keine maschinenlesbare Auszeichnung des Unternehmens als Organisation, 20 führen von der Startseite nicht in einen Karriere-Bereich (Kreativschock-Stichprobe, August 2026).
  • Die Karriere-Websites von 155 bedeutenden Arbeitgebern erfüllen im Schnitt knapp 59 Prozent der fachlichen Anforderungen, die Spanne reicht von 78 bis 18 Prozent (Hochschule RheinMain).
  • Ein gesetztes Sprachattribut ist Voraussetzung für das WCAG-Erfolgskriterium 3.1.1 und damit Teil der Barrierefreiheit (MDN Web Docs).
  • Die Auszeichnung eines Unternehmens im Quelltext ist im offenen Vokabular schema.org als Typ „Organization“ standardisiert (schema.org).

Eine Corporate Webdesign Agentur ist ein Dienstleister, der die Unternehmenswebsite einer Firma plant, gestaltet und technisch umsetzt: von Zielgruppenanalyse und Informationsarchitektur über Corporate Design und UI-Design bis zu Programmierung, CMS-Integration, Suchmaschinenoptimierung und laufendem Betrieb. Sie verbindet die Markenwirkung des Auftritts mit messbaren Zielen wie Anfragen, Leads und Bewerbungen.

Genau diese Bandbreite macht die Auswahl schwer. Ein Website Projekt umfasst Beratung, Gestaltung, Webentwicklung und Betrieb, und jede Webdesign Agentur gewichtet die vier Teile anders. Wer die Inhalte einer Unternehmensseite vorher kennt, führt das Erstgespräch auf Augenhöhe. Und wer eine Website für Ihr Unternehmen neu aufsetzen lässt, entscheidet mit dieser Wahl über die nächsten Jahre. Ziel ist es also, die Auswahl auf Merkmale zu stützen, die man selbst nachsehen kann.

2. Was eine Corporate Website heute leisten muss

Eine Corporate Website ist das Werkstor eines Unternehmens. Jeder kommt hier zuerst an: Interessenten, Bestandskunden, Bewerber, Lieferanten, Journalisten. Sie ist der Kern der digitalen Präsenz und der einzige Kanal, den Sie vollständig selbst kontrollieren. Was der Auftritt in den ersten Sekunden über Ordnung, Aktualität und Kompetenz erzählt, prägt alles Weitere.

Vier Aufgaben laufen dabei parallel. Der Auftritt soll die Marke tragen. Er soll Produkte und Leistungen verständlich strukturieren, Anfragen und Leads erzeugen und als Arbeitgeber überzeugen. Employer Branding ist längst kein Nebenschauplatz mehr. Der Karriere-Bereich wird heute genauso besucht wie die Produktseiten. Wie groß die Unterschiede dort sind, zeigt eine Studie der Hochschule RheinMain. Dort heißt es: „Der erreichte Erfüllungsgrad der Anforderungen an eine zeitgemäße Karriere-Website variiert zwischen sehr guten 78 Prozent und geradezu erschreckenden 18 Prozent.“

Skala des Erfüllungsgrads von Karriere-Websites zwischen 18 und 78 Prozent bei einem Durchschnitt von 59 Prozent
Der Erfüllungsgrad der Anforderungen an eine zeitgemäße Karriere-Website reicht von 18 bis 78 Prozent. Quelle: Hochschule RheinMain, Studie Karriere-Websites.

Kurz zusammengefasst: Eine Corporate Website bedient vier Zielgruppen gleichzeitig, und ihre Qualität schwankt in der Praxis erheblich. Zwischen dem besten und dem schwächsten untersuchten Arbeitgeber-Auftritt liegen 60 Prozentpunkte Erfüllungsgrad. Der visuelle Eindruck sagt über diese Spanne wenig aus.

3. Diese Leistungen gehören in den Auftrag

Der Leistungsumfang einer Agentur für Corporate Websites lässt sich in sieben Blöcke sortieren. Fehlt einer davon im Angebot, muss er später von Ihnen selbst getragen werden.

  • Strategie: Ziele, Zielgruppe, Wettbewerb, digitale Strategie, Informationsarchitektur und Seitenstrukturen.
  • Gestaltung: Corporate Design im Web, visuelles Erscheinungsbild, UX und UI-Design, Designsystem und eine nutzerzentriert gedachte Nutzerführung.
  • Content: Content-Strategie, Texte, Bilder und Video, abgestimmt auf Suchmaschinen und Leser.
  • Technische Umsetzung: Frontend, Backend, Programmierung, responsive Layouts und kurze Ladezeiten.
  • CMS-Integration: ein pflegbares Content-Management-System, meist WordPress oder ein vergleichbares System, skalierbar und so aufgebaut, dass Ihr Team Inhalte selbst ändern kann.
  • Sichtbarkeit: technisches SEO, Auffindbarkeit, Messbarkeit über Analytics und die Verzahnung mit dem übrigen Online-Marketing, auf Wunsch Google Ads und eine Anbindung an CRM oder Marketing-Automation.
  • Betrieb: Updates, Backups, Barrierefreiheit und Weiterentwicklung nach dem Launch.

Professionelles Webdesign deckt alle sieben Blöcke ab, und genau deshalb stehen sie bei fast jedem Anbieter fast gleich auf der Seite. Sie taugen zur Prüfung eines Angebots. Zur Wahl zwischen zwei Webdesign-Agenturen taugen sie nicht. Eine Leistungsliste verhält sich zum fertigen Auftritt wie ein Zutatenverzeichnis zum Gericht: Sie klingt professionell, sagt aber nichts über das Ergebnis.

Sieben Leistungsblöcke einer Corporate Webdesign Agentur von Strategie bis Betrieb
Die sieben Leistungsblöcke eines Corporate-Website-Projekts von der Strategie bis zum Betrieb. Quelle: Kreativschock, Leistungsmodell aus der Projektpraxis.

4. Vorbereitung: Was Sie vor dem Erstgespräch klären

Je genauer der Scope steht, desto belastbarer wird das Angebot. Vor dem Beratungsgespräch sollten fünf Punkte intern geklärt sein: das messbare Geschäftsziel der neuen Website, die wichtigste Zielgruppe, der Projektumfang in Seitenzahl und Funktionen, der Zeitrahmen und die Frage, wer im Haus Inhalte liefert.

Das gilt für eine Neuentwicklung wie für einen Relaunch. Ziel ist es, aus „wir brauchen etwas Moderneres“ eine prüfbare Anforderung zu machen. Wie sich ein Website-Projekt in Projektphasen gliedert, zeigen die Projektschritte im Überblick.

Ein Satz genügt oft schon: Was soll auf der Seite passieren, das heute nicht passiert?

5. Schritt für Schritt: So prüfen Sie eine Agentur wirklich

Die meisten Anbieterseiten begründen ihre Eignung mit dem Leistungsumfang und der Größe des interdisziplinären Teams. Unsere Position: Beides steht überall fast identisch da. Von außen kann es nicht geprüft werden. Geprüft werden kann nur das Ergebnis, also die Referenz-Websites selbst. Drei Merkmale sehen Sie dort in wenigen Minuten nach.

  1. Karriere-Einstieg auf der Startseite. Führt ein sichtbarer Weg zu offenen Stellen? Fehlt er, wurde Employer Branding im Konzept nicht mitgedacht.
  2. Maschinenlesbare Firmenkennung. Im Quelltext nach application/ld+json suchen. Diese Auszeichnung ist das Typenschild einer Seite: Menschen lesen die Überschrift, Maschinen lesen das Schild.
  3. Gesetztes Sprachattribut. Steht im Quelltext <html lang=…>? Ohne diese Angabe raten Screenreader die Aussprache.

Zum dritten Punkt sind die MDN Web Docs deutlich. Dort steht: „The purpose of these requirements is primarily to allow assistive technologies such as screen readers to invoke the correct pronunciation.“ (Der Zweck dieser Anforderungen ist vor allem, unterstützenden Technologien wie Screenreadern die korrekte Aussprache zu ermöglichen.) Das Vokabular für Punkt zwei wird bei schema.org gepflegt.

Annotierter Quelltext einer Referenz-Website mit den drei Prüfstellen Sprachattribut, Firmenkennung und Karriere-Einstieg
Die drei Prüfstellen im Quelltext einer Referenz-Website. Quelle: Kreativschock-Stichprobe, August 2026; WCAG 3.1.1 nach MDN Web Docs; Vokabular schema.org.

Wir haben im August die Startseiten der Mitgliedsunternehmen eines Maschinenbau-Verbands aus Ostwestfalen-Lippe geprüft. 134 davon waren auswertbar. 20 Seiten führten nicht in einen Karriere-Bereich, 75 lieferten keine Organisationsauszeichnung, bei 5 fehlte das Sprachattribut. Nur 48 bestanden alle drei Punkte. Das sind Firmen mit eigener Marketingabteilung. Keine Kleinstbetriebe.

Balkenvergleich der drei Prüfpunkte an 134 Startseiten: Sprachattribut 129, Karriere-Einstieg 114, Firmenkennung 59
Die drei Prüfpunkte an 134 auswertbaren Startseiten. Quelle: Kreativschock-Stichprobe, August 2026.

Fragen Sie deshalb nach drei Referenzen mit vergleichbarem Projektziel, nicht mit vergleichbarem Stil. Prüfen Sie diese drei Punkte selbst. Und lassen Sie sich erklären, warum ein Punkt gegebenenfalls fehlt, denn manchmal gibt es dafür einen guten Grund.

6. Häufige Fehler bei der Auswahl

Vier Muster tauchen in Vergabegesprächen immer wieder auf.

  • Nach Optik statt nach Zielen entscheiden. Ein preisgekröntes Portfolio beweist Gestaltungskraft, nicht Eignung für Ihr B2B-Thema.
  • Referenzen nur ansehen. In zwei Minuten Quelltext wird mehr sichtbar als in zehn Minuten Scrollen.
  • Den Betrieb vergessen. Wer nur die Website-Erstellung beauftragt, steht nach dem Launch ohne laufende Betreuung da.
  • Zugänge nicht klären. Domain, Hosting, Lizenzen und Quelltext sollten vertraglich bei Ihnen liegen.

Der letzte Punkt entscheidet später über Ihre Beweglichkeit. Am besten hält man schriftlich fest, welche Leistungen im Angebot fixiert sind und was danach laufend anfällt. Zur Usability und zur Nutzerführung im Detail gibt es einen eigenen Beitrag.

7. Fazit

Gutes Webdesign entsteht nicht aus einer langen Leistungsliste, sondern aus einem klaren Ziel und sauberer technischer Umsetzung. Die Leistungsblöcke helfen Ihnen, ein Angebot auf Vollständigkeit zu prüfen. Die drei Checks helfen Ihnen, zwischen zwei Anbietern zu entscheiden. Als Webdesign Agentur aus Göttingen arbeiten wir selbst nach diesem Raster.

Am Ende steht ein sehr konkretes Bild. Sie öffnen die Referenzseite Ihrer künftigen Agentur und drücken Strg und U. Im Quelltext ist alles da: die Sprachangabe, die Firmenkennung, der Weg zu den Stellenangeboten. Kein Bauchgefühl mehr, sondern eine Entscheidung, die Sie im Haus begründen können.

8. Anhang: Checkliste für das Auswahlgespräch

  1. Welches messbare Ziel soll die neue Website erreichen?
  2. Welche drei Referenzen haben ein vergleichbares Projektziel?
  3. Bestehen diese Referenzen die drei Checks aus Abschnitt 5?
  4. Welches Content-Management-System kommt zum Einsatz und wer pflegt es später?
  5. Sind Strategie, Content, Programmierung und Barrierefreiheit im Preis enthalten?
  6. Wie ist der Betrieb nach dem Launch geregelt?
  7. Wem gehören Domain, Zugänge, Lizenzen und Gestaltungsdateien?

Sie planen eine neue Unternehmenswebsite oder einen Relaunch? Schreiben Sie uns, wir melden uns innerhalb von 24 Stunden:

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Häufige Fragen zur Corporate Webdesign Agentur

Sie plant, gestaltet und entwickelt die Unternehmenswebsite: Strategie, Informationsarchitektur, Corporate Design, UI-Design, Programmierung, CMS-Integration und Betrieb. Der Unterschied zur reinen Designagentur liegt in der technischen Umsetzung, der Unterschied zur Webentwicklung in der strategischen Vorarbeit.

Nicht an der Leistungsliste, denn die ist überall fast gleich. Prüfen Sie stattdessen drei Referenzen mit vergleichbarem Projektziel auf einen Karriere-Einstieg, eine maschinenlesbare Firmenkennung und ein gesetztes Sprachattribut. Diese drei Merkmale sind im Quelltext in wenigen Minuten sichtbar.

Der Preis hängt am Projektumfang: Seitenzahl, Funktionen, Sprachen, Schnittstellen und Aufwand für Inhalte. Belastbare Zahlen nennt ein Anbieter erst nach dem Erstgespräch. Achten Sie darauf, ob Strategie, Texte, Barrierefreiheit und Betrieb im Preis stecken.

Webdesign umfasst Konzept, User Experience, Nutzerführung und visuelles Erscheinungsbild. Webentwicklung ist die Programmierung von Frontend und Backend inklusive CMS-Integration. Für eine Corporate Website benötigen Sie beides, und beides sollte in einem Angebot stehen.

Beides kann funktionieren. Entscheidend ist, wie oft abgestimmt wird und wer bei Ihnen Inhalte liefert. Bei Projekten mit vielen Beteiligten spart Nähe oft Zeit. Bei klar umrissenen Aufgaben spielt sie kaum eine Rolle.

Die Systemfrage sollte am Redaktionsalltag hängen, nicht an der Vorliebe der Agentur. WordPress deckt den Bedarf mittelgroßer Unternehmensauftritte gut ab und bleibt für das eigene Team pflegbar. Bei sehr komplexen Strukturen oder vielen Sprachen kann ein größeres System sinnvoller sein.

Ja, ein Relaunch ist der häufigere Fall. Wichtig sind drei Dinge: eine Sichtung der alten Inhalte, ein Plan für die Weiterleitungen und ein Abgleich der Sichtbarkeit vor und nach dem Launch. Fehlt einer davon, verliert der neue Auftritt Rankings.

Disclaimer: Alle genannten Zeitangaben, Leistungsumfänge und Marktbewertungen sind Erfahrungswerte aus der Agentur-Praxis. Sie können je nach Region, Anbieter und Projektumfang abweichen. Die Stichprobe in diesem Beitrag ist eine Momentaufnahme und keine repräsentative Studie. Rechtsbindende Aussagen ersetzen keine fachjuristische Beratung.

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