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WordPress vs Webflow: Von 17 geprüften Designbüros lief genau eines auf Webflow

Zwei Werkbänke mit verschiedenen Werkzeugen; eine im Innenbereich, wo die Werkzeuge an einer Lochwand aufbewahrt werden, die andere im Außenbereich mit verstreuten Werkzeugen und einem Werkzeugkasten.

1. Einführung: WordPress vs Webflow ohne Marketing-Nebel

Wir haben im Juli 22 Websites von Architektur- und Innenarchitekturbüros aus Göttingen, Kassel und der Region abgerufen. 17 waren erreichbar. Genau eine davon lief auf Webflow. Vier liefen auf WordPress, drei auf TYPO3, der Rest verteilte sich auf Joomla, Squarespace, ein Desktop-Programm und Seiten ohne erkennbare Signatur. Das ist bemerkenswert, denn designgetriebene Büros sind exakt die Zielgruppe, für die Webflow beworben wird. Bevor Sie sich also für ein Werkzeug entscheiden, lohnt ein Blick darauf, was in der Praxis tatsächlich läuft und warum.

Auf einen Blick

  • Webflow rechnet pro Website ab: Basic 15 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, Premium 25 US-Dollar, Team 2.500 US-Dollar (Webflow-Preisseite).
  • Der Basic-Tarif enthält kein CMS. Wer Projekte, Referenzen oder einen Blog pflegen möchte, benötigt Premium (Webflow-Preisseite).
  • Von 17 geprüften Büro-Websites lief eine auf Webflow und vier auf WordPress (Kreativschock-Stichprobe, Juli 2026).
  • 13 dieser 17 Büros führen einen redaktionell gepflegten Bereich wie Projekte oder Aktuelles (Kreativschock-Stichprobe, Juli 2026).
  • 91 Prozent aller neu gemeldeten WordPress-Schwachstellen stecken in Plugins, nur sechs im Kern (Patchstack).

WordPress vs Webflow ist die Entscheidung zwischen einem quelloffenen CMS, das Sie selbst hosten und pflegen, und einer gehosteten Design-Plattform im Abo. WordPress kostet keine Lizenz, dafür Pflegeaufwand. Webflow kostet Abogebühr pro Website, übernimmt dafür Hosting, Updates und Sicherheit. Beides sind vollwertige CMS, die Zuständigkeiten unterscheiden sich.

Die meisten Vergleiche im Netz enden mit demselben Satz: Webflow für Designer, WordPress für Flexibilität. Das ist nicht falsch, greift aber zu kurz. Denn die Frage, die drei Jahre nach dem Livegang wirklich weh tut, lautet nicht „Wer hat die schöneren Animationen?“, sondern „Wer ändert hier eigentlich die Öffnungszeiten?“. Wenn Sie noch grundsätzlich schwanken, hilft vorher ein Blick auf die Wahl des Werkzeugs. Und wenn Sie professionelles Webdesign lieber abgeben möchten, unterstützen wir Sie als Webdesign-Agentur aus Göttingen.

Dieser Vergleich arbeitet ausschließlich mit Zahlen, die zum Zeitpunkt des Schreibens live geprüft wurden. Keine Ranglisten, keine Sieger-Pokale.

2. WordPress und Webflow im Schnellüberblick

Beide Systeme lösen dieselbe Aufgabe auf zwei entgegengesetzten Wegen. WordPress liefert Ihnen nur die Software, und Sie besorgen sich Hosting, Theme und Plugins selbst, während Webflow alles zusammen liefert und dafür die Kontrolle über die gesamte Infrastruktur behält. Aus diesem einen Unterschied folgt fast alles Weitere. Wirklich fast alles.

KriteriumWordPressWebflowPraktische Folge
Lizenzquelloffen, kostenlosAbo pro WebsiteKostenstruktur unterscheidet sich grundlegend
Hostingfrei wählbarfest bei WebflowAnbieterwechsel ist unterschiedlich aufwendig
Designüber Themes und Page Buildervisueller Editor auf HTML- und CSS-EbeneWebflow bietet mehr Layout-Freiheit ohne Code
CMSimmer enthaltenerst ab Premium-Tarifein Blog kostet bei Webflow extra
Erweiterungenriesiges Plugin-Verzeichniskuratierter App-Marktplatzmehr Auswahl gegen weniger Pflegeaufwand
UpdatesIhre Aufgabeübernimmt der AnbieterWartungsvertrag oder Abogebühr
SupportCommunity und DienstleisterHersteller-Support im Aboeine Rechnung gegen eine Ansprechperson

Diese Tabelle beantwortet die Frage noch nicht. Sie sortiert nur die Begriffe. In den folgenden Sektionen schauen wir uns jede Zeile mit echten Zahlen an.

3. Webflow im Detail: was das Abo enthält und wo es endet

Webflow ist eine Design- und Entwicklungsplattform, die den visuellen Editor, das CMS und das Hosting in einem Produkt bündelt. Sie ziehen Elemente auf eine Leinwand, Webflow erzeugt daraus HTML und CSS. Wer aus Figma kommt, fühlt sich sofort zu Hause. Das ist die eigentliche Stärke: kein Bruch zwischen Entwurf und Umsetzung.

3.1 Die Tarifstufen und die Schwelle, die niemand erwähnt

Die Site-Pläne beginnen bei null. Der Starter-Tarif kostet nichts, liefert dafür aber nur eine Adresse unter webflow.io, zwei statische Seiten, ein Gigabyte Bandbreite im Monat und 50 Formulareinsendungen insgesamt. Eine eigene Domain ist dort nicht vorgesehen. Für ein Unternehmen ist das ein Prototyp. Keine Website.

Der Basic-Tarif kostet laut Webflow-Preisseite 15 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung und bringt eigene Domain, 300 statische Seiten und unbegrenzte Formulareinsendungen. Webflow beschreibt ihn selbst als Tarif „For simple sites that don’t need a CMS“ (für einfache Websites, die kein CMS benötigen). In der Feature-Tabelle steht bei CMS-Items für Basic schlicht ein Strich.

Das ist die Schwelle, an der die meisten Vergleichsartikel vorbeischauen.

Sobald Sie Projekte, Referenzen, Stellenanzeigen oder einen Blog pflegen wollen, landen Sie bei Premium für 25 US-Dollar im Monat. Dort sind bis zu 20.000 CMS-Einträge in 40 Collections enthalten, dazu Site-Suche und Code-Komponenten. Darüber folgt Team mit 2.500 US-Dollar im Monat und Jahresvertrag. Die Preisseite hält außerdem fest: alle Preise in US-Dollar, pro Website, zuzüglich Steuern.

Stufen der Webflow Site-Pläne pro Monat und die Schwelle, ab der ein CMS enthalten ist
Die Site-Pläne von Webflow als Stufen. Das CMS beginnt erst mit dem Premium-Tarif.

3.2 Was Sie sich mit dem Abo einkaufen

Der Gegenwert ist echt. Webflow schreibt auf der eigenen Vergleichsseite: „With Webflow, you’ll never need to update software or manage outdated plugins“ (Mit Webflow müssen Sie nie wieder Software aktualisieren oder veraltete Plugins verwalten). Kein PHP-Upgrade, keine Plugin-Konflikte, kein Wartungsfenster am Freitagabend. Für ein Team ohne technische Person ist das viel wert.

Dazu kommen verwaltetes Hosting mit weltweitem Auslieferungsnetz, DDoS-Schutz, Staging-Umgebungen und Freigabe-Workflows. Wer schon einmal versucht hat, ein ganzes Redaktions-Team ohne Rechte-Chaos durch eine gewachsene WordPress-Installation zu lotsen, weiß sehr genau, wie viel Arbeit das spart. Ein Baukasten ist Webflow deshalb nicht. Wer stattdessen ganz kostenlos starten will, landet bei anderen Werkzeugen und anderen Grenzen.

Webflow ist wie eine Mietwerkstatt mit erstklassigen Maschinen. Alles ist gewartet, alles funktioniert, jemand fegt abends. Nur mitnehmen dürfen Sie die Maschinen nicht.

4. WordPress im Detail: kostenlos in der Anschaffung, nicht im Betrieb

WordPress ist quelloffen und kostet keine Lizenzgebühr. Sie laden die Software herunter, installieren sie auf einem Hosting Ihrer Wahl und besitzen anschließend Dateien und Datenbank. Das Content-Management-System ist ab der ersten Minute vollständig da, inklusive Beiträge, Seiten, Medien und Benutzerrollen.

4.1 Der Preis steht auf einer anderen Rechnung

Hosting kostet in Deutschland wenig. Der Einstiegstarif von ALL-INKL liegt bei 4,95 Euro im Monat, enthält drei Domains, 50 Gigabyte Speicher und eine Traffic-Flatrate, der erste Monat ist kostenfrei und eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.

Damit ist die Rechnung aber nicht fertig. Dazu kommen je nach Projekt ein Premium-Theme, ein bis zwei kostenpflichtige Plugins und vor allem Zeit. Genau diese Zeit ist der Posten, den fast alle Anbieter-Vergleiche unterschlagen, weil er keinen Listenpreis hat und in keiner Tabelle auftaucht.

4.2 Die Plugin-Frage ist eine Sicherheitsfrage

Das Plugin-Ökosystem ist die größte Stärke von WordPress und zugleich seine größte Angriffsfläche. Der aktuelle Sicherheitsbericht von Patchstack zählt 11.334 neu gemeldete Schwachstellen im WordPress-Ökosystem. 91 Prozent davon steckten in Plugins, 9 Prozent in Themes und nur sechs im Kern selbst. 46 Prozent der Lücken hatten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch vom Hersteller.

Diese Zahlen sind kein Argument gegen WordPress. Sie sind ein Argument dafür, Plugins bewusst knapp zu halten. Jedes zusätzliche Plugin ist wie ein weiteres Gerät an derselben Steckdosenleiste: einzeln harmlos, in Summe irgendwann ein Problem.

Eine gepflegte WordPress-Installation mit zwölf Plugins ist sicherer als eine vergessene mit vier.

5. Direkter Vergleich: Kriterium für Kriterium

Jetzt wird es konkret. Sechs Kriterien, jeweils mit der ehrlichen Antwort, welches System vorn liegt und wie groß der Abstand tatsächlich ist.

5.1 Design und Layout

Hier gewinnt Webflow. Deutlich. Der visuelle Editor arbeitet direkt auf der Box-Ebene von CSS: Flexbox, Grid, Positionierung, Breakpoints. Ein Designer baut damit innerhalb weniger Stunden Layouts, für die es in WordPress entweder ein angepasstes Theme-Template oder einen zusätzlichen Page Builder benötigt. Animationen und scroll-basierte Interaktionen entstehen ohne eine Zeile Code.

Der Haken liegt auf der anderen Seite: Was ein Designer in Webflow baut, kann eine Kollegin ohne Design-Ausbildung später nur schwer ändern. Die Freiheit im Editor ist die Kehrseite der Struktur, die ein Theme vorgibt.

5.2 Inhaltspflege im Alltag

Hier liegt WordPress vorn. Das CMS ist immer da, und praktisch jede Person, die schon einmal in einer deutschen Firma eine Website gepflegt hat, kennt den Editor bereits aus einem früheren Projekt oder aus dem Verein. Der Block-Editor ist mittlerweile solide, Benutzerrollen sind fein abgestuft, Vorschau und Revisionen gehören zum Standard.

Webflow hält dagegen mit dem Editor auf der Leinwand: Texte werden dort geändert, wo sie stehen. Das ist elegant. Es setzt aber voraus, dass die CMS-Collections vorher sauber modelliert wurden, und diese Modellierung ist Designer-Arbeit.

Ein CMS-Bereich ohne feste Zuständigkeit ist wie ein Gartenbeet, das niemand gießt. Das Werkzeug ist selten schuld.

5.3 Kosten über vier Jahre

Rechnen wir eine typische Unternehmenswebsite mit Projektbereich über vier Jahre durch, jeweils nur der reine Plattformpreis.

  • Webflow Premium: 25 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, also 300 US-Dollar im Jahr und 1.200 US-Dollar in vier Jahren, zuzüglich Steuern.
  • Webflow Basic: 720 US-Dollar in vier Jahren, allerdings ohne CMS und damit ohne pflegbaren Projektbereich.
  • WordPress-Hosting: ein Freimonat plus 47 mal 4,95 Euro ergibt 232,65 Euro in vier Jahren, Domains inklusive.

Selbst bei jedem realistischen Wechselkurs bleibt das ein Vielfaches. Nur: Diese Zahl entscheidet fast nichts. Denn bei WordPress fehlt in der Rechnung die Pflege, und die kostet in vier Jahren mehr als die Differenz. Wer Updates, Backups und Sicherheit an eine Agentur gibt, zahlt dafür monatlich. Wer es selbst macht, zahlt mit Zeit.

Die ehrliche Formel lautet deshalb: Webflow verschiebt den Pflegeaufwand in eine planbare Abogebühr, WordPress verschiebt ihn in Ihren Kalender oder in einen Wartungsvertrag.

5.4 SEO und Sichtbarkeit

Hier ist der Abstand kleiner, als beide Lager behaupten. Webflow bringt Title-Tags, Meta-Descriptions, Alt-Texte, Canonical-Tags, Sitemap, robots.txt und 301-Weiterleitungen ab Werk mit, ohne Plugin. WordPress braucht dafür ein SEO-Plugin, hat mit diesem Plugin dann aber den größeren Funktionsumfang und deutlich mehr Kontrolle über strukturierte Daten.

Rankings entscheidet ohnehin keins von beiden. Sie entstehen aus Inhalten, interner Struktur und technischer Sauberkeit, und die bekommen Sie auf beiden Plattformen hin. Wenn Sie an dieser Stelle Unterstützung suchen, ist unsere Suchmaschinenoptimierung der passende Einstieg.

5.5 Sicherheit und Updates

Webflow gewinnt, weil es gar nichts zu aktualisieren gibt. Es existiert kein PHP, kein Theme-Update, kein Plugin mit unklarem Wartungsstatus. Der Anbieter fährt die Plattform, Sie tragen kein Patch-Risiko.

Bei WordPress ist Sicherheit eine Disziplin, keine Einstellung. Sie besteht aus wenigen, geprüften Erweiterungen, aus regelmäßigen Backups und daraus, Updates in feste Bahnen zu lenken. Wie sich eine Installation grundsätzlich härten lässt, haben wir im Beitrag zu WordPress absichern beschrieben.

In unseren Projekten sehen wir das Muster regelmäßig: Gehackt werden nicht die komplexen Seiten, sondern die vergessenen. Wir haben in über 15 Jahren zahlreiche gehackte WordPress-Installationen saniert, und fast immer war die Ursache eine seit Monaten offene Aktualisierung.

5.6 Support und Verfügbarkeit von Dienstleistern

Webflow bietet Hersteller-Support im Abo, dazu eine sehr gute Wissensdatenbank. WordPress hat keinen offiziellen Support, dafür eine riesige Community und einen deutschen Markt voller Agenturen und Freelancer.

Für ein KMU in Deutschland ist der zweite Punkt der wichtigere. Fällt Ihre Agentur aus, finden Sie für WordPress meist in der eigenen Stadt Ersatz, während die Suche nach einer Webflow-Adresse schnell überregional wird und sich das später im Stundensatz und in den Reaktionszeiten bemerkbar macht. Ein unterschätzter Punkt.

6. Was 17 Designbüros tatsächlich einsetzen

Statt Marktanteile zu zitieren, haben wir nachgesehen. Im Juli haben wir 22 Startseiten von Architektur- und Innenarchitekturbüros aus Göttingen, Kassel und der umliegenden Region abgerufen und den ausgelieferten Quelltext auf Plattform-Signaturen wie wp-content, data-wf-page oder einen Generator-Eintrag geprüft. Zwei Adressen waren geparkt, drei nicht erreichbar. Es blieben 17 auswertbare Websites.

  • 4 WordPress und 1 Webflow
  • 3 TYPO3, 1 Joomla, 1 CONTENIDO und 1 weiteres selbst gehostetes PHP-System
  • 1 Squarespace und 1 Baukasten eines Hosting-Anbieters
  • 1 Website aus einem Desktop-Programm, 3 ohne erkennbare Signatur
  • 13 von 17 führen einen redaktionell gepflegten Bereich wie Projekte, Referenzen oder Aktuelles

Das ist eine Stichprobe, keine repräsentative Erhebung. Sie sagt trotzdem etwas: Ausgerechnet in der Branche, die Webflow als Kernzielgruppe adressiert, spielt die Plattform im deutschen Mittelstand bislang kaum eine Rolle. Und fast alle diese Büros brauchen genau das Feature, das erst im Premium-Tarif beginnt.

Statistik: Von 17 geprüften Büro-Websites lief genau eine auf Webflow
Eigene Stichprobe aus dem Juli: eine von 17 auswertbaren Büro-Websites lief auf Webflow.

Die drei Seiten ohne Signatur lagen zwischen 6 und 84 Kilobyte HTML. Handgebaute Seiten also, die niemand ohne Editor pflegen kann.

7. Was die meisten Vergleiche übersehen: Zuständigkeit und Ausstieg

Wir haben für diesen Beitrag fünf der bestplatzierten Vergleiche vollständig gelesen. Sie unterscheiden sich in Tonlage und Sprache, kommen aber zum selben Aufbau: Designfreiheit, Bedienbarkeit, Plugins, Preise, SEO, Sicherheit, Support, und am Ende steht ein Fazit mit zwei Zielgruppen und einem freundlichen Achselzucken.

Kein einziger dieser Artikel behandelt, was passiert, wenn Sie die Plattform wieder verlassen wollen.

Unsere Position: Designfreiheit und Funktionsumfang sind die schwächsten Kriterien dieser Entscheidung. Entscheidend sind zwei andere Fragen. Erstens: Wer pflegt die Seite in drei Jahren, und kann diese Person das Werkzeug bedienen? Zweitens: Was kostet es, wieder herauszukommen?

7.1 Der Unterschied beim Umzug

Bei WordPress liegen Inhalte in Ihrer eigenen Datenbank und Ihre Dateien auf Ihrem Hosting. Ein Anbieterwechsel ist eine Kopie, kein Neuanfang: Datenbank umziehen, Dateien übertragen, Domain umhängen. Die URLs bleiben, die Rankings ziehen mit.

Bei Webflow läuft die Website auf der Infrastruktur des Anbieters, das ist Teil des Produkts. Ein Wechsel bedeutet deshalb: Inhalte exportieren, Design auf dem Zielsystem neu bauen, Weiterleitungen setzen. Das ist machbar, aber es ist ein Projekt und kein Wartungsvorgang.

Gegenüberstellung von Webflow und WordPress nach Pflege, Kosten und Ausstieg
Pflege, Kosten und Ausstieg nebeneinander. Diese drei Zeilen entscheiden mehr als jede Funktionsliste.

7.2 Der Gesetzgeber sieht das Thema inzwischen auch

Der europäische Data Act, die Verordnung (EU) 2023/2854, widmet dem Anbieterwechsel ein eigenes Kapitel. Artikel 23 trägt die Überschrift „Beseitigung von Hindernissen für einen wirksamen Wechsel“ . Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten dürfen demnach „keine vorkommerziellen, gewerblichen, technischen, vertraglichen und organisatorischen Hindernisse aufzwingen und müssen solche Hindernisse beseitigen“, soweit diese Kunden daran hindern, ihre exportierbaren Daten zu einem anderen Anbieter zu übertragen.

Für Sie als Kunde heißt das: Der Anspruch auf einen Wechsel ist rechtlich verankert. Er ersetzt aber nicht die Arbeit, die ein Plattformwechsel praktisch bedeutet. Genau deshalb gehört die Frage vor die Entscheidung und nicht danach.

8. Unsere Empfehlung für kleine und mittlere Unternehmen

Wir arbeiten seit über 15 Jahren mit WordPress und empfehlen es für die meisten Projekte in unserer Zielgruppe. Das liegt nicht am Werkzeug allein, sondern am Umfeld drumherum: verfügbare Dienstleister in der Region, ein Editor, den viele schon kennen, eigene Daten und ein planbarer Umzug. Trotzdem gibt es klare Fälle für Webflow.

  • Webflow passt, wenn ein Designer oder eine Design-Abteilung die Seite dauerhaft betreut, das Layout ein Alleinstellungsmerkmal ist und niemand im Haus WordPress warten will.
  • WordPress passt, wenn mehrere Personen Inhalte pflegen, ein Shop oder eine Buchung dazukommen soll, oder wenn Sie den Anbieter jederzeit wechseln können möchten.
  • Beides passt nicht, wenn niemand benannt ist, der die Inhalte pflegt. Dann ist die Plattformfrage die falsche Frage.

Ein sinnvoller Zwischenweg existiert übrigens auch: Design in Webflow entwerfen, Umsetzung in WordPress. Wer aus Figma und Webflow kommt, kann so gestalten und trotzdem auf einem offenen System landen.

9. Fazit

WordPress vs Webflow ist keine Frage von besser oder schlechter. Webflow kauft Ihnen den Pflegeaufwand ab und verlangt dafür eine monatliche Gebühr pro Website sowie die dauerhafte Bindung an eine Infrastruktur, die Sie nicht selbst kontrollieren. WordPress schenkt Ihnen Lizenz und Datenhoheit. Dafür verlangt es Disziplin.

Die Vergleichstabellen im Netz messen Designfreiheit und Funktionslisten. Unsere Stichprobe und die Tarifstruktur zeigen etwas anderes. Der Streit um den schöneren Editor ist entschieden, bevor er überhaupt interessant wird, weil fast jede Firmenwebsite einen gepflegten Inhaltsbereich benötigt und weil irgendwann jemand konkret dafür zuständig sein muss.

Das Zielbild ist unspektakulär und genau deshalb gut: Ihre Kollegin lädt am Dienstagnachmittag drei Fotos vom letzten Projekt hoch, setzt zwei Sätze darunter und klickt auf Veröffentlichen. Niemand muss dafür jemanden anrufen. Und wenn Sie in vier Jahren den Anbieter wechseln, ziehen Inhalte und Adressen mit um, statt neu zu entstehen.

10. Anhang: Checkliste vor der Plattform-Entscheidung

  1. Zuständigkeit klären: Wer pflegt Inhalte, mit wie viel Zeit pro Monat, und welche Vorkenntnisse hat diese Person?
  2. Inhaltsbedarf zählen: Gibt es Projekte, Referenzen, News oder Stellenanzeigen? Dann brauchen Sie ein CMS und bei Webflow den Premium-Tarif.
  3. Vier Jahre rechnen: Plattformpreis plus Pflege plus Erweiterungen, nicht nur den Einstiegspreis.
  4. Ausstieg durchspielen: Wie kommen Inhalte, Bilder und URLs im Ernstfall wieder heraus?
  5. Dienstleister prüfen: Finden Sie in Ihrer Region jemanden, der das gewählte System betreut?
  6. Wachstum mitdenken: Shop, Buchung, Mehrsprachigkeit oder Schnittstellen in den nächsten Jahren geplant?
  7. Entscheidung dokumentieren: Halten Sie fest, warum Sie sich so entschieden haben. Beim nächsten Relaunch spart das eine Woche Diskussion.

Sie stehen vor der Plattform-Entscheidung oder überlegen einen Wechsel? Schreiben Sie uns, wir melden uns innerhalb von 24 Stunden:

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Häufige Fragen zu WordPress und Webflow

Webflow kostet laut Preisseite 15 US-Dollar im Monat im Basic-Tarif und 25 US-Dollar im Premium-Tarif, jeweils bei jährlicher Zahlung, pro Website und zuzüglich Steuern. WordPress selbst ist kostenlos, Sie zahlen nur Hosting ab etwa 5 Euro im Monat sowie gegebenenfalls Theme, Plugins und Wartung.

Ja, aber nicht in jedem Tarif. Der Basic-Tarif ist laut Webflow für Websites gedacht, die kein CMS benötigen. Das CMS beginnt erst mit Premium und umfasst dort bis zu 20.000 Einträge in 40 Collections. Bei WordPress ist das CMS immer enthalten.

Nein. Webflow bringt Metadaten, Canonical-Tags, Sitemap und Weiterleitungen ohne Plugin mit, WordPress erreicht dasselbe mit einem SEO-Plugin und bietet dann mehr Kontrolle über strukturierte Daten. Über das Ranking entscheiden Inhalte, interne Struktur und technische Sauberkeit, nicht die Plattform.

Ja. Sie exportieren die Inhalte aus WordPress, importieren sie in die Webflow-Collections und bauen das Design im visuellen Editor neu auf. Planen Sie die Weiterleitungen der alten Adressen von Anfang an mit ein, sonst verlieren Sie Rankings. Der umgekehrte Weg funktioniert ebenfalls, ist aber ebenso ein Projekt.

Webflow passt, wenn ein Designer oder eine Design-Abteilung die Website dauerhaft betreut, das Layout ein Alleinstellungsmerkmal ist und niemand im Haus ein System warten möchte. Die Plattform nimmt Ihnen Updates, Hosting und Sicherheit vollständig ab.

WordPress passt, wenn mehrere Personen Inhalte pflegen, wenn ein Shop oder eine Buchung dazukommen soll oder wenn Sie den Anbieter jederzeit wechseln können möchten. Sie besitzen Dateien und Datenbank und finden in fast jeder Stadt einen Dienstleister dafür.

Ungepflegt ja. Laut Patchstack stecken 91 Prozent der neu gemeldeten Schwachstellen in Plugins und nur sechs im Kern. Wer wenige geprüfte Erweiterungen einsetzt, Updates zeitnah einspielt und Backups testet, betreibt WordPress sicher. Webflow nimmt Ihnen diese Aufgabe komplett ab.

Für den deutschen Markt in der Regel WordPress und WooCommerce, weil es dafür fertige Lösungen für Versandkosten, Zahlungsarten und rechtliche Pflichttexte gibt. Webflow eignet sich eher für überschaubare Sortimente mit starkem Designanspruch.

Disclaimer: Alle genannten Preise, Zeitangaben und Marktbewertungen sind Erfahrungswerte aus der Agentur-Praxis und Stände zum Zeitpunkt der Recherche. Sie können je nach Region, Anbieter, Wechselkurs und Projektumfang abweichen. Die Hinweise zum Data Act ersetzen keine fachjuristische Beratung.

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