1. Einführung: E-Mail Marketing erstellen lassen
Neunzehn Anbieterseiten für E-Mail Marketing, eine Frage: Wer nennt die technische Voraussetzung, ohne die keine Mail zuverlässig ankommt? Genau eine. Die restlichen achtzehn sprechen über Design, Personalisierung und E-Mail-Kampagnen. Alles wichtig, alles wertlos, wenn der Newsletter im Spam-Ordner landet. Wenn Sie Ihr E-Mail Marketing aufbauen lassen wollen, fragen Sie genau danach.
Auf einen Blick
- Wer mehr als 5.000 Nachrichten pro Tag an Gmail-Konten sendet, muss SPF, DKIM und DMARC eingerichtet haben (Google Workspace-Hilfe).
- Die Spam-Beschwerdequote soll unter 0,3 Prozent bleiben, bei Google genauso wie bei Yahoo (Google Workspace-Hilfe, Yahoo Sender Best Practices).
- Zwei Drittel der untersuchten Unternehmen verzichten auf eine Willkommensmail (DDV und absolit, E-Mail-Marketing Benchmarks, über 5.000 Unternehmen aus der DACH-Region).
- Von 19 Anbieterseiten für E-Mail Marketing nennt genau eine SPF, DKIM und DMARC beim Namen (Kreativschock-Stichprobe, September 2026).
- Werbung per elektronischer Post ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung gilt als unzumutbare Belästigung (§ 7 Absatz 2 Nummer 2 UWG).
E-Mail Marketing erstellen lassen heißt: Eine Agentur baut das Anmeldeformular, wählt die Newsletter Software, richtet die Absender-Technik ein, schreibt die Texte für Ihre Zielgruppe und legt die ersten automatischen Mailfolgen an. Am Ende bekommen Sie alle Zugänge übergeben. Der einmalige Aufbau liegt im mittleren vierstelligen Bereich, die laufende Betreuung wird monatlich abgerechnet.
Der Reiz des Kanals ist schnell erzählt. Sie besitzen die Adressen. Kein Algorithmus steht dazwischen, keine Plattform dreht Ihnen die Reichweite ab, und jede Mail kostet Bruchteile eines Cents. Deshalb rechnet sich Email Marketing auch dann noch, wenn Anzeigen teurer werden. Wer einen professionellen Newsletter erstellen lassen will, findet die Grundlagen davor im Beitrag zur Verwandlung von Besuchern in Anfragen.
2. Was eine E-Mail Marketing Agentur konkret aufbaut
Die Leistungsbeschreibungen klingen alle gleich: Strategie, Design, Automatisierung, Reporting. Vier Wörter, die alles und nichts bedeuten. Konkret besteht der Aufbau aus vier prüfbaren Teilen.
2.1 Der Weg auf die Liste
Am Anfang steht das Anmeldeformular. Es sieht harmlos aus, ist aber der schwierigste Teil. Nicht technisch, sondern sprachlich: Ein Feld mit der Aufschrift „Newsletter abonnieren“ gibt niemandem einen Grund, seine Adresse herzugeben. In unseren Projekten ist das der häufigste Bremsklotz. Die Formulare stehen, aber ihre Texte sind nicht auf Conversions optimiert, und diese Texte zu optimieren kostet mehr Kopfarbeit als die gesamte technische Erstellung.
Ein Anlass wirkt besser als eine Aufforderung. Wer aus der Masse herausstechen will, braucht mehr als das Wort „Newsletter anmelden“: eine Checkliste oder ein Rechenbeispiel mit echtem Mehrwert (im Marketing-Sprech: Lead Magnet) bringt spürbar mehr Leads. Dazu die Platzierung. Ein Formular im Fußbereich ist ein Schaufenster in der Seitengasse. Eine eigene Anmeldeseite oder ein Fenster nach eigenem Klick sammelt ein Vielfaches. Nach drei Monaten sehen Sie, welcher Einstieg Ihre Zielgruppe am besten erreicht. Wie Texte und Call-to-Actions dafür gebaut werden, steht im Beitrag über Texte, die eine Entscheidung auslösen.
2.2 Die Absender-Technik
Hinter jeder Domain liegen drei Einträge, die den Postfach-Anbietern beweisen, dass Sie wirklich Sie sind. SPF sagt, welche Server in Ihrem Namen senden dürfen. DKIM setzt eine Signatur unter jede Mail. DMARC legt fest, was bei einer gescheiterten Prüfung passiert. Die Zustellung Ihres Newsletters hängt an diesen drei Einträgen, unabhängig davon, wie gut er aussieht.
Das ist keine Empfehlung mehr, sondern eine Zutrittsbedingung. Die Google Workspace-Hilfe formuliert es als Anweisung. „Richten Sie die E‑Mail-Authentifizierung per SPF und DKIM für Ihre Domain ein.“ Für die Beschwerdequote gilt: „Die in Postmaster Tools gemeldeten Spamraten sollten unter 0,3 % liegen.“ Wer darüber liegt, wird von den Postfach-Anbietern gebremst.
Sie wirken wie der Absender auf einem Briefumschlag, den die Post gegen ein Melderegister abgleicht. Steht dort nichts Prüfbares, kommt der Brief zurück. Kein Postbote schaut vorher nach, wie schön er innen ist.
2.3 Willkommensmails und automatische Mailfolgen
Eine automatische Mailfolge ist eine Reihe von E-Mails, die von selbst losläuft, sobald jemand etwas tut. Anmeldung, Download, Kauf. Anders als eine Kampagne, die Sie an einem Stichtag versenden, arbeitet sie wie ein Nachtportier: Wer hereinkommt, wird begrüßt, auch wenn längst alle Feierabend haben. Die erste und wichtigste ist die Willkommensmail, weil das Interesse direkt nach der Anmeldung am größten ist.
Hier liegt das größte ungenutzte Potenzial. Für die Studie „E-Mail-Marketing Benchmarks“ von DDV und absolit wurden mehr als 5.000 Unternehmen der DACH-Region anhand von 175 Kriterien untersucht. Ergebnis: „Zwei Drittel der Unternehmen verzichten auf eine Willkommensmail“. DDV-Präsident Martin Nitsche ordnet das so ein: „Wir sehen erfreuliche Entwicklungen im Bereich Technik und Tool-Einsatz – aber die entscheidenden strategischen Hebel bleiben oft ungenutzt.“
Zum Grundaufbau gehören deshalb zwei Folgen: drei Willkommensmails, sobald jemand den Newsletter erhalten möchte, und eine Erinnerung an Kontakte, von denen seit Monaten nichts kam und die sich trotzdem nie abgemeldet haben. Beides läuft ohne Ihr Zutun weiter. Es ist der günstigste Weg, den Umsatz je Kontakt zu erhöhen und die Kundenbindung zu stärken.
2.4 Vorlagen, Segmentierung und Auswertung
Der vierte Teil ist Handwerk: Templates im Newsletter Design Ihres Unternehmens, ansprechend gestaltet und auf dem Handy genauso korrekt angezeigt wie auf dem Tablet und im Browser. Dazu eine Segmentierung der Adressen nach Interesse oder Kaufverhalten, damit die Ansprache personalisiert wirkt und jede Gruppe mit relevanten Inhalten direkt angesprochen wird. Und ein Bericht über Öffnungs- und Klickraten, der wertvolle Einblicke in das Verhalten Ihrer Empfänger gibt, ohne dass Sie Vorwissen brauchen.
Ein Hinweis zu den Öffnungsraten: Als Versprechen ist die Öffnungsrate unbrauchbar geworden. Apple lädt Bilder in seiner Mail-App vorab, dadurch werden Öffnungen gezählt, die keine sind. Messbar bleiben Klickraten, Anfragen und Umsatz. Relevanz schlägt hier jede Zahl auf dem Papier.
3. Was E-Mail Marketing erstellen lassen kostet
Die meisten Anbieterseiten weichen hier aus. In unserer Stichprobe nannten nur drei von 19 einen eigenen Preis. Das macht die Auswahl mühsam, deshalb hier die Kostentreiber.
- Ausgangslage: Liste, Werkzeug und Domain schon vorhanden? Ein Neuaufbau ist teurer als eine Übernahme.
- Einstiege: Ein Anmeldeformular oder drei plus eigene Anmeldeseite und Lead Magnet.
- Umfang der Automationen: Nur Willkommensmails oder mehrere Mailfolgen entlang der Customer Journey, dazu wiederkehrende E-Mail Kampagnen.
- Texte: Liefern Sie zu oder schreibt die Agentur? Der größte Einzelposten der Betreuung.
- Versandfrequenz: Ein Mailing im Monat kostet weniger Betreuung als vier Mailings.
Dazu kommen die Werkzeuge. E-Mail Marketing Tools wie CleverReach, Mailchimp oder Brevo, oft auch Newsletter Tools genannt, starten bei kleinen Listen im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat und wachsen mit der Zahl der Kontakte. Wer ein CRM im Einsatz hat, sollte die Anbindung ans Newsletter Marketing klären, bevor er mit Newslettern startet.
Diese Lizenz gehört auf Ihren Namen, nicht auf den der Agentur.
Unsere Preise stehen öffentlich auf der Leistungsseite: Aufbau 2.490 Euro einmalig, Betreuung ab 490 Euro im Monat, mittleres Paket 890 Euro, großes ab 1.490 Euro. Alle Angaben netto. Warum der Aufbau nicht billiger geht: Er bindet rund zwei volle Arbeitstage, und daran ändert auch Routine nichts.
Ihr Newsletter, aufgebaut und übergeben
- Anmeldeformular, Texte und Anmeldeseite aus einer Hand
- SPF, DKIM und DMARC sauber eingerichtet und geprüft
- Willkommensmails und eine zweite Mailfolge inklusive
- Fester Preis, alle Zugänge laufen auf Ihren Namen
4. Selbst machen oder E-Mail Marketing erstellen lassen
Beides ist legitim. Die Frage ist, welcher Teil der Arbeit Ihnen liegt.
| Aufgabe | Selbst gut machbar | Besser erstellen lassen |
| Inhalte und Themen | Ja, Sie kennen Ihre Zielgruppe | Nur wenn die Zeit fehlt |
| Absender-Technik | Selten | Ja, einmalig und dauerhaft wirksam |
| Texte am Anmeldeformular | Schwer | Ja, größter Hebel |
| Automatische Mailfolgen | Mit Einarbeitung | Ja, beim ersten Aufbau |
| Versand und Auswertung | Ja, nach Übergabe | Optional als Betreuung |
Die Rechnung geht so: Zwei volle Arbeitstage, wenn man weiß, was man tut. Ohne Routine werden daraus zwei Wochen Nebenbei-Arbeit, und die kostet mehr als das Angebot. Deshalb ist die Übergabe der Zugänge Teil des Aufbaus und kein Extra.
5. Der Punkt, den fast keine Anbieterseite nennt
Wir wollten wissen, worüber der Markt spricht. Dafür wurden im September 19 deutschsprachige Leistungsseiten ausgewertet, auf denen sich jeweils eine E-Mail-Marketing-Agentur vorstellt, mal eigenständig, mal als Teil einer Performance Marketing Einheit. Geprüft wurden vier am Seitentext ablesbare Merkmale: eigener Preis, Vertragslaufzeit, Zustellbarkeit und ein eigenes Newsletter-Anmeldefeld. Jeder Treffer wurde im Kontext nachgelesen, drei Fehltreffer abgezogen.
- Zustellbarkeit überhaupt erwähnt: 4 von 19.
- SPF, DKIM und DMARC namentlich genannt: 1 von 19.
- Eigener Preis genannt: 3 von 19.
- Angabe zur Vertragslaufzeit: 1 von 19.
- Eigenes Newsletter-Anmeldefeld auf der Seite: 10 von 19.
Die letzte Zahl mögen wir besonders. Neun von neunzehn Anbietern, die Ihnen E-Mail Marketing verkaufen wollen, sammeln auf der eigenen Seite keine einzige Adresse ein.
Unsere Position: Die meisten Ratgeber im Online Marketing stellen Gestaltung und Personalisierung an den Anfang. Wir stellen die Absender-Technik davor, weil sie darüber entscheidet, ob die Mail ankommt. Sichtbarkeit im Postfach entsteht vor dem Layout.
Auch Yahoo formuliert es als Bedingung. „Implement both SPF & DKIM“ (Richten Sie sowohl SPF als auch DKIM ein). Und: „Keep your spam rate below 0.3%“ (Halten Sie Ihre Spam-Quote unter 0,3 Prozent). Dazu kommt ein Abmeldelink, der mit einem Klick funktioniert.
Die Zahlen sind eine Momentaufnahme, keine repräsentative Erhebung, und sie sind Untergrenzen: Preise und Laufzeiten können auf Unterseiten stehen. Alle Anbieter wurden zusammengefasst und anonym erfasst.
6. Rechtssicher anmelden: was das Gesetz verlangt
Der rechtliche Rahmen ist kürzer als befürchtet. Nach § 7 Absatz 2 Nummer 2 UWG ist eine unzumutbare Belästigung stets anzunehmen „bei Werbung unter Verwendung einer automatischen Anrufmaschine, eines Faxgerätes oder elektronischer Post, ohne dass eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten vorliegt“.
Praktisch heißt das: Anmeldebestätigung per Mail, bevor die erste Werbemail versendet wird. Im Fachjargon Double-Opt-in. Adresse eintragen, Bestätigungslink klicken, erst dann steht sie auf der Liste. Das schützt doppelt, denn falsch eingetragene Adressen fallen dabei heraus.
Absatz 3 erlaubt eine Ausnahme für Bestandskunden und eigene ähnliche Waren, wenn die Adresse beim Verkauf erhoben wurde, niemand widersprochen hat und bei jeder Verwendung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird. Die Bedingungen sind eng.
Im Zweifel ist die Anmeldebestätigung der ruhigere Weg.
Wie ein Formular datenschutzkonform aufgesetzt wird, haben wir am Beispiel Formular und Einwilligung sauber trennen beschrieben.
7. Woran Sie eine gute E-Mail Marketing Agentur erkennen
Keine Tipps und Tricks, sondern fünf Fragen, die im Erstgespräch alles Wesentliche klären.
- Auf wessen Namen läuft die Tool-Lizenz? Richtige Antwort: auf Ihren.
- Wer richtet SPF, DKIM und DMARC ein? Kommt eine Rückfrage statt einer Antwort, wissen Sie genug.
- Was passiert mit Liste und Zugängen am Ende? Export und Übergabe gehören ins Angebot.
- Welche Kennzahl gilt als Erfolg? Klicks auf die CTAs, Anfragen, Umsatz. Eine garantierte Öffnungsrate wäre ein Warnsignal.
- Wie lange bindet mich der Vertrag? Nur eine von 19 geprüften Seiten sagt dazu etwas.
7.1 KI im E-Mail Marketing: nützlich, aber kein Ersatz
KI hilft beim Vorschlagen von Betreffzeilen, bei der Segmentierung und beim Versandzeitpunkt. Wiederkehrende Schritte lassen sich damit effektiv automatisieren, und das spart echte Arbeitszeit. Die beiden Dinge, an denen es hängt, ersetzt keine Optimierung durch KI: eine sauber eingerichtete Absender-Domain und maßgeschneiderte Inhalte aus Ihrem Betrieb.
Wer den Kanal zusammen mit Beiträgen plant, findet den passenden Rahmen in unserer laufenden Content-Betreuung. Newsletter und Blog teilen sich Themen, Bilder und Redaktionsplan.
8. Fazit
Ein E-Mail Newsletter ist kein Design-Auftrag.
Es ist ein Aufbau in vier Teilen: ein Formular mit einem Grund, geprüfte Absender-Technik, zwei automatische Mailfolgen und ein verständlicher Bericht. Wer das dritte und vierte verspricht, beim zweiten aber ausweicht, verkauft eine schöne Hülle.
Das Ziel ist ein konkretes Bild: Sie schreiben nichts, und trotzdem bekommt jede neue Anmeldung am selben Tag eine Mail von Ihnen. Drei Monate später zeigt ein zweiseitiger Bericht, welcher Einstieg trägt. Und wenn Sie aufhören wollen, nehmen Sie alles mit.
9. Anhang: Checkliste vor der Beauftragung
- Fester Preis für den Aufbau, getrennter Monatsbetrag.
- SPF, DKIM und DMARC stehen namentlich im Leistungsumfang.
- Double-Opt-in vorgesehen, Abmeldung mit einem Klick in jeder Mail.
- Mindestens zwei Einstiege, nicht nur ein Feld im Fußbereich.
- Willkommensmails im Grundumfang, nicht im Aufpreis.
- Lizenz und Zugänge auf Ihren Namen, Export jederzeit möglich.
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist schriftlich im Angebot.
- Erfolg wird an Klicks, Anfragen und Umsatz gemessen.
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Häufige Fragen zu E-Mail Marketing erstellen lassen
Disclaimer: Alle genannten Preise, Zeitangaben und Marktbeobachtungen sind Erfahrungswerte aus der Agentur-Praxis und Ergebnisse einer kleinen, nicht repräsentativen Stichprobe. Sie können je nach Anbieter, Branche und Projektumfang abweichen. Die Ausführungen zu § 7 UWG dienen der Orientierung und ersetzen keine fachjuristische Beratung.

