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WordPress Page Builder Vergleich: Was 32 geprüfte Websites über die Ausstiegskosten verraten

Auf dem Boden in der Nähe eines Fensters in einem sonnendurchfluteten Raum mit Holzboden und einem dunklen Einbauregal, in dem verschiedene Gegenstände ausgestellt sind, steht ein Karton.

1. Einführung: Der Vergleich, den kaum jemand macht

Zehn von vierzehn. So viele WordPress Websites aus unserer Juli-Stichprobe hängen an einem Page Builder, den man nicht folgenlos abschalten kann. Fast jeder Ratgeber im Netz vergleicht Page Builder nach Funktionsumfang, Vorlagen und Widget-Zahl. Kaum einer rechnet vor, was der Ausstieg kostet. Genau da liegt aber die Entscheidung, die Sie in fünf Jahren noch spüren.

Auf einen Blick

  • Elementor ist mit rund 10 Millionen aktiven Installationen das meistgenutzte Page Builder Plugin für WordPress, Kadence Blocks kommt auf 600.000 (WordPress.org Plugin-Verzeichnis).
  • Der Gutenberg Editor steckt ohne Zusatzkosten in jeder WordPress Installation. Elementor Pro startet bei 49 US-Dollar pro Jahr, Divi bei 89 US-Dollar pro Jahr (Anbieter-Preisseiten).
  • Block-Inhalte liegen als gültiges HTML im Beitrag selbst. Elementor speichert Layout und Inhalte dagegen als JSON in den Post-Metadaten (WordPress Block Editor Handbook, Elementor Developers).
  • Von 32 geprüften Praxis-Websites aus Braunschweig liefen 14 auf WordPress, davon 10 auf einem Page Builder Plugin (Kreativschock-Stichprobe, Juli 2026).
  • Diese zehn Seiten luden im Median 46 CSS- und JavaScript-Dateien, die vier ohne Builder-Plugin nur 15 (Kreativschock-Stichprobe, Juli 2026).

Ein WordPress Page Builder Vergleich stellt gegenüber, wie verschiedene Werkzeuge Seitenlayouts in WordPress erzeugen: Plugin-Builder wie Elementor oder Divi mit eigener Oberfläche, der eingebaute Gutenberg Editor mit Blöcken und Block-Erweiterungen wie Kadence Blocks. Entscheidend sind vier Kriterien: Ladezeit, Lernkurve, Abhängigkeit vom Anbieter und die laufenden Wartungskosten.

Wir bauen seit über 15 Jahren Websites mit WordPress. In dieser Zeit ist uns jeder dieser Wege im Kundenprojekt begegnet: Manche Kunden kommen mit einer Elementor Seite zu uns, andere mit Divi, wieder andere mit einem Baukasten ohne WordPress und dem Wunsch, endlich umzuziehen. Was sie eint: Die Frage nach dem passenden WordPress Page Builder wird am Anfang nach Optik entschieden und am Ende nach Wartbarkeit bezahlt. Deshalb schauen wir im professionellen Webdesign zuerst auf das Datenformat und dann auf die Oberfläche.

2. Was ein WordPress Page Builder ist und welche Arten es gibt

Ein Page Builder ist ein Plugin für WordPress, mit dem Sie Seitenlayouts per Drag and Drop zusammensetzen, ohne HTML, CSS oder PHP zu schreiben. Sie ziehen Spalten, Überschriften, Buttons und Bilder an die richtige Stelle und sehen das Ergebnis sofort im Layout. Der klassische WordPress Editor konnte das lange nicht. Die Builder haben die Lücke gefüllt. Sehr erfolgreich.

Kurz zusammengefasst: Es gibt drei Bauarten. Erstens den Plugin-Builder mit eigener Oberfläche, der neben WordPress läuft (Elementor, Divi Builder, WPBakery Page Builder, Beaver Builder). Zweitens den Block-Editor von WordPress selbst, also Gutenberg, der direkt in WordPress integriert ist. Drittens Block-Erweiterungen wie Kadence Blocks oder GenerateBlocks, die den Standard-Editor von WordPress um Layout-Funktionen ergänzen, statt ihn zu ersetzen.

Diese dritte Gruppe fehlt in den meisten Vergleichen komplett. Dabei ist sie der eigentliche Mittelweg. Wir setzen sie mit Kadence als Theme Basis in fast jedem Projekt ein.

Eine Abgrenzung noch. Ein Website Builder wie Wix oder Jimdo ist ein geschlossener Dienst, bei dem Hosting, Editor und Inhalte demselben Anbieter gehören, während ein Page Builder für WordPress schlicht ein Plugin auf Ihrer eigenen Installation ist. Der Unterschied klingt technisch. Er entscheidet darüber, wem Ihre Website am Ende gehört.

2.1 Wann sich ein Page Builder wirklich lohnt

Ein Builder rechnet sich, wenn Sie regelmäßig neue Landingpages bauen, viele Vorlagen wiederverwenden und im Team ohne Entwickler arbeiten. Er rechnet sich nicht, wenn Ihre Website aus zehn Seiten Text, einem Kontaktformular und einem Blog besteht. Dann ist Gutenberg schneller, schlanker und kostenlos.

Viele Page Builder verkaufen sich über Funktionsumfang. Zweihundert Widgets klingen großzügig. In der Praxis nutzen Sie zwölf davon, und die restlichen 188 laden trotzdem mit.

3. Die drei Wege im Schnellüberblick

Bevor wir in die Details gehen, hier die Gegenüberstellung der drei Ansätze, die für kleine und mittlere Unternehmen tatsächlich zur Debatte stehen. Alle Preise sind Anbieterangaben vom Juli 2026 und in US-Dollar, weil die Hersteller so abrechnen.

KriteriumElementorGutenbergKadence Blocks
Kostenkostenlose Version, Pro ab 49 USD/Jahrin WordPress enthaltenkostenlose Version, Paket ab 99 USD/Jahr
Speicherort der InhalteJSON in den Post-MetadatenHTML im BeitragHTML im Beitrag
Nach dem AbschaltenLayout zerfälltInhalt bleibt lesbarInhalt bleibt lesbar
Lernkurveflach am Anfang, steil im Detailflach, aber gewöhnungsbedürftigflach, gleiche Oberfläche wie WordPress
Zusätzliche Dateieneigene CSS- und JS-BundlesWordPress-BordmittelStyles nur für genutzte Blöcke
Passt zuMarketing-Teams, viele LandingpagesBlogs, kleine UnternehmensseitenKMU-Websites mit Anspruch an Tempo

Die Tabelle zeigt das Muster. Der Unterschied zwischen den drei Optionen liegt weniger im Können als im Speicherort der Inhalte, und aus dieser einen technischen Entscheidung folgt fast alles andere: Migrationsaufwand, Ladezeit, Schulungsbedarf. Alles Weitere folgt daraus.

Schema: Wo Page Builder ihre Inhalte speichern und was nach dem Abschalten übrig bleibt
Zwei Speicherorte, zwei Ausstiegsszenarien. Quelle: WordPress Block Editor Handbook und Elementor Developers.

4. Elementor im Detail

Elementor ist der Marktführer. Mit deutlichem Abstand. Das offizielle Plugin-Verzeichnis von WordPress.org weist rund 10 Millionen aktive Installationen und eine Bewertung von 4,5 von 5 Sternen aus 7.282 Bewertungen aus. Kein anderer Page Builder auf dem Markt kommt in diese Größenordnung.

Statistik: Elementor kommt auf rund 10 Millionen aktive Installationen
Elementor im offiziellen Plugin-Verzeichnis, verglichen mit Kadence Blocks. Quelle: WordPress.org.

Die kostenlose Version deckt bereits Spalten, Überschriften, Bilder, Buttons und Formulare in Grundzügen ab, doch wer Theme Builder, Popup Builder, dynamische Inhalte oder WooCommerce-Widgets braucht, landet zwangsläufig bei Elementor Pro. Der Anbieter nennt auf seiner Preisseite einen Einstieg ab 49 US-Dollar pro Jahr, gestaffelt nach Anzahl der Websites.

Stark ist Elementor beim freien Positionieren. Sie schieben ein Element um zwölf Pixel nach rechts, und es bleibt dort. Für Marketing-Teams, die wöchentlich neue Landingpages gegeneinander testen und dafür keine Entwicklerin fragen wollen, ist genau diese Unabhängigkeit im Tagesgeschäft bares Geld wert. In unserer Stichprobe war Elementor der klar häufigste Builder: Sechs der zehn Builder-Seiten liefen darauf.

Marktführer heißt hier auch: viel Dokumentation, viele Vorlagen, viele Entwickler.

4.1 Wo Elementor an Grenzen stößt

Der Preis für diese Freiheit steht in der Dokumentation des Herstellers selbst. Die Elementor Developers schreiben: „Wenn ein Nutzer im Editor auf Speichern klickt, legt Elementor die Seitendaten und das Layout im JSON-Format als WordPress-Post-Metadaten ab, also im Grunde als WordPress-Custom-Field.“ Im Original heißt es: „When a user clicks the save button in the editor, Elementor stores the page data and layout in a JSON format as WordPress post metadata, which is essentially a WordPress custom field.“ Nachzulesen bei den Elementor Developers.

Das bedeutet: Ihr Text steht nicht im Beitrag, sondern in einem Datenfeld daneben, das nur Elementor interpretieren kann. Schalten Sie das Plugin ab, bleibt im Beitrag oft wenig bis nichts übrig. Ein Vorwurf ist das nicht. Es ist die logische Folge der Architektur, die den Builder überhaupt erst so flexibel macht, und man sollte sie kennen, bevor 80 Seiten darauf stehen.

Dazu kommt das Gewicht. Elementor bringt eigene CSS- und JavaScript-Bundles mit, die auf jeder Seite geladen werden. In unserer Stichprobe luden die sechs Elementor-Seiten zwischen 6 und 59 CSS- und JS-Dateien, im Median 46. Die Spannweite zeigt: Sauber konfiguriert geht es, unkonfiguriert wird es schwer.

5. Der Gutenberg Editor im Detail

Gutenberg ist kein Plugin. Er ist der Standard-Editor von WordPress, seit Version 5.0 direkt in WordPress integriert, und hat den klassischen WordPress Editor abgelöst. Sie bauen Seiten aus Blöcken: Absatz, Überschrift, Bild, Spalten, Tabelle, Galerie. Kosten entstehen keine.

Der entscheidende Unterschied liegt unter der Oberfläche. Das WordPress Block Editor Handbook formuliert es so: „Blöcke werden in der Datenbank oder in HTML-Vorlagen in einer eigenen, HTML-basierten Syntax gespeichert, die durch HTML-Kommentare als klare Block-Trenner abgegrenzt wird.“ Im Original: „Blocks are stored in the database or within HTML templates using a unique HTML-based syntax, distinguished by HTML comments that serve as clear block delimiters.“ So steht es im WordPress Block Editor Handbook.

Übersetzt heißt das: Ihre Inhalte sind gültiges HTML im Beitrag. Deaktivieren Sie morgen alles, bleibt der Text lesbar. Ein Brief in Klarschrift eben. Keine Geheimschrift, deren Schlüssel im Plugin liegt.

5.1 Vor- und Nachteile des Block Editors

Der WordPress Block Editor arbeitet im Backend, nicht im Frontend. Sie sehen eine sehr gute Annäherung an das spätere Layout, aber keine pixelgenaue Live-Vorschau wie bei einem modernen Page Builder, und wer aus Elementor kommt, empfindet genau das anfangs als Rückschritt.

Dafür bekommen Sie Tempo geschenkt. WordPress lädt nur die Styles, die der Beitrag tatsächlich nutzt. Genau deshalb erreichen wir bei unseren Projekten regelmäßig PageSpeed-Werte von 90 und mehr, unterstützt durch konsequente Bildkomprimierung, serverseitiges Caching und das Entfernen überflüssiger Skripte aus dem Seitenkopf. Wie Sie die Ladezeit von WordPress verbessern, haben wir an anderer Stelle Schritt für Schritt beschrieben.

Die zweite Schwäche ist das Layout. Wer eine dreispaltige Preistabelle mit Hover-Effekt und Countdown will, stößt mit Bordmitteln an eine Wand.

Genau hier kommt die dritte Option ins Spiel.

6. Kadence Blocks: der unterschätzte Mittelweg

Kadence Blocks ist kein eigener Editor, sondern ein WordPress Plugin, das den Block-Editor erweitert. Sie bleiben in derselben Oberfläche und bekommen zusätzlich Layout-Zeilen, Akkordeons, Tabs, Formulare, Info-Boxen und fertige Vorlagen für ganze Sektionen. Das Plugin-Verzeichnis weist 600.000 aktive Installationen und eine Bewertung von 4,8 von 5 Sternen aus.

Der Punkt dabei: Kadence speichert wie Gutenberg im Beitrag, nicht daneben. Deaktivieren Sie das Plugin, verlieren Sie das Styling der Spezialblöcke, aber nicht Ihre Texte, Bilder und Überschriften.

Der Unterschied zwischen „Design weg“ und „Seite weg“ ist im Ernstfall der Unterschied zwischen einem Nachmittag und einem Monat Arbeit.

Auch hier gibt es eine kostenlose Version, die für die meisten Unternehmensseiten reicht. Das kostenpflichtige Paket beginnt laut Anbieter-Preisseite bei 99 US-Dollar pro Jahr, und wer das Theme dazu nimmt, hat Design und Layout aus einer Hand, ohne dafür den Editor wechseln zu müssen.

Ein Nachteil bleibt. Für pixelgenaues Positionieren ohne Rücksicht auf ein Raster ist Kadence nicht gebaut, und wer täglich völlig freie Kompositionen entwirft, kommt mit Elementor oder Divi schneller ans Ziel.

7. Weitere Page Builder im Kurzcheck

Neben den drei Hauptwegen gibt es weitere Werkzeuge, die Ihnen in Angeboten und alten Projekten begegnen, und die folgenden Kurzeinschätzungen sollen die Auswahl erleichtern, nicht eine Rangliste ersetzen. Elementor und Beaver Builder decken dabei zwei sehr verschiedene Bedürfnisse ab. Welche Page Builder gibt es also sonst noch?

  • Divi Builder: Der Divi Builder von Elegant Themes ist Theme und Builder in einem und laut Anbieter-Preisseite für 89 US-Dollar im Jahr oder 249 US-Dollar einmalig zu haben. Der Lifetime-Preis macht Divi zum Liebling vieler Freelancer. Die Frage „Elementor oder Divi“ ist damit oft eine Preisfrage, keine Funktionsfrage.
  • WPBakery Page Builder: Der frühere Visual Composer wird bei vielen gekauften Themes mitgeliefert. Er arbeitet mit Shortcodes, und genau die bleiben nach dem Abschalten als eckige Klammern im Text stehen. In unserer Stichprobe liefen drei Seiten darauf.
  • Beaver Builder: Der Beaver Builder gilt als der aufgeräumte Profi unter den WordPress Page Buildern. Er verzichtet auf Shortcodes, hinterlässt sauberes HTML und bringt mit dem Beaver Builder Theme ein passendes Grundgerüst mit. Für Agenturen mit vielen Kundenseiten ist Beaver Builder deshalb seit Jahren gesetzt.
  • Oxygen Builder und Bricks Builder: Beide richten sich an Entwickler und erzeugen sehr schlanken Code. Der Page Builder Oxygen ersetzt dabei das Theme komplett, was mächtig ist und die Abhängigkeit gleichzeitig maximiert.
  • SiteOrigin Page Builder, Themify Builder und WP Page Builder: Solide, kostenlos, in die Jahre gekommen. Der SiteOrigin Page Builder ist ein Klassiker der WordPress Community, der Themify Builder gehört zum Themify-Ökosystem.
  • Thrive Architect, Brizy und Page Builder Sandwich: Nischenlösungen mit Marketing-Fokus. Der Builder Thrive Architect kommt aus dem Thrive Theme Builder Umfeld und ist auf Verkaufsseiten zugeschnitten.

Diese Builder bieten alle Drag and Drop und Vorlagen. Sie unterscheiden sich weniger im Können als im Datenformat und im Preismodell. Wer die besten WordPress Page Builder Plugins nach Widget-Zahl sortiert, sortiert nach dem falschen Kriterium.

8. Direkter Vergleich: vier Kriterien statt Funktionsliste

Der beste WordPress Page Builder ist nicht der mit den meisten Funktionen, sondern der, dessen Nachteile Sie fünf Jahre lang aushalten. Diese vier Kriterien entscheiden das in der Praxis.

8.1 Ladezeit und Seitengewicht

Jeder Builder legt eine Schicht über WordPress. Jede Schicht kostet Dateien. Wir haben im Juli 32 Praxis-Websites aus Braunschweig geprüft, gefunden über die Google-Suche nach Physiotherapie, Osteopathie, Ergotherapie und Zahnmedizin. Gemessen haben wir auf der Startseite zwei Dinge: das eingesetzte System und die Zahl der eingebundenen CSS- und JavaScript-Dateien.

Das Ergebnis: 14 der 32 Seiten liefen auf WordPress. Zehn davon nutzten ein Page Builder Plugin, vier arbeiteten ohne. Die Builder-Seiten luden im Median 46 CSS- und JS-Dateien, die Seiten ohne Builder 15.

Die Spannweite verdient einen zweiten Blick. Der höchste Wert mit Builder lag bei 105 Dateien, der höchste ohne Builder bei 124, und dieser Ausreißer stammte von einem überladenen Multipurpose-Theme ganz ohne Builder-Plugin. Ein Theme kann dasselbe Problem also allein erzeugen.

Balkenvergleich: 46 gegenüber 15 CSS- und JavaScript-Dateien je Startseite
Median der eingebundenen CSS- und JS-Dateien auf der Startseite. Quelle: Kreativschock-Stichprobe, Juli 2026.

Genau deshalb ist die Zahl kein Urteil über Elementor, sondern eines über Sorgfalt, und deshalb prüfen Sie im Zweifel lieber selbst, wie Ihre Core Web Vitals im Feld aussehen, bevor Sie einem Vergleich glauben.

8.2 Lernkurve im Alltag

Alle drei Optionen lassen sich an einem Nachmittag grundsätzlich bedienen. Der Unterschied zeigt sich in Monat drei, wenn eine Mitarbeiterin schnell einen Termin auf der Startseite ändern soll. Bei Gutenberg und Kadence Blocks klickt sie in den Text und tippt. Bei einem Plugin-Builder öffnet sich dagegen eine zweite Oberfläche mit eigener Logik, eigenen Panels und eigenen Begriffen, die niemand im Haus je erklärt bekommen hat.

Zwei Systeme zu lernen ist teurer als eines. Das gilt besonders in kleinen Teams ohne eigene Webredaktion.

8.3 Abhängigkeit vom Anbieter

Ein Page Builder ist wie ein Einbauschrank nach Maß. In dieser Wohnung sitzt er perfekt. Beim Umzug nehmen Sie ihn nicht mit.

Die Frage ist also nicht, ob Sie den Builder mögen. Sie lautet: Was passiert, wenn der Hersteller die Preise verdoppelt, das Produkt verkauft oder die Entwicklung einstellt? Bei Inhalten im Beitrag haben Sie eine Ausstiegsoption. Bei Inhalten in den Post-Metadaten haben Sie eine Verhandlungsposition ohne Alternative.

8.4 Wartungskosten über fünf Jahre

Rechnen Sie nicht den Kaufpreis. Rechnen Sie die Laufzeit. Elementor Pro kostet bei 49 US-Dollar pro Jahr über fünf Jahre 245 US-Dollar, Divi im Jahresabo 445 US-Dollar, das Kadence-Paket 495 US-Dollar. Der Gutenberg Editor kostet nichts.

Der eigentliche Kostenblock ist die Pflege. Jedes Update des Page Builders kann Layouts verschieben, und jede zusätzliche Abhängigkeit zwischen Theme, Builder und Erweiterungen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Update ausgerechnet am Tag vor der Messe klemmt. Wer den Plugin Ballast konsequent reduziert, senkt diese Wahrscheinlichkeit spürbar.

9. Unsere Position: die Ausstiegskosten entscheiden

Die meisten Ratgeber küren einen Sieger nach Funktionsumfang, Vorlagenzahl und Bedienkomfort. Unsere Position ist eine andere: Der Funktionsumfang ist das schwächste aller Kriterien, weil ihn jeder ernstzunehmende Anbieter innerhalb von zwei Jahren ohnehin nachbaut und die Listen sich damit angleichen. Was bleibt, ist das Datenformat.

Der Beleg steht in den Dokumentationen beider Lager, nicht in unserer Meinung. Block-Inhalte liegen als gültiges HTML im Beitrag, Elementor-Inhalte dagegen als JSON in einem privaten Custom Field daneben, und aus diesen zwei Sätzen folgt alles Weitere: Migrationsaufwand, Redakteursschulung, Abhängigkeit, Wartungsrisiko.

Funnel: von 32 geprüften Websites laufen 14 auf WordPress, 10 davon mit Page Builder Plugin
Zusammensetzung der Stichprobe von der geprüften Website bis zum Builder-Einsatz. Quelle: Kreativschock-Stichprobe, Juli 2026.

Was das konkret bedeutet, zeigt sich beim Wechsel. Eine mit Blöcken gebaute Seite ziehen Sie in Stunden in ein neues Theme um. Eine Seite mit 60 Elementor-Layouts bauen Sie neu.

In unseren Projekten ist genau dieser Punkt regelmäßig der Grund, warum ein Relaunch teurer wird als geplant.

Fair bleibt dabei: Für Teams, die wöchentlich Landingpages bauen und testen, kann ein Plugin-Builder trotzdem die richtige Wahl sein. Der Nutzen liegt dann in der Geschwindigkeit heute, nicht in der Freiheit morgen, und diese Entscheidung sollte bewusst fallen statt aus einer fremden Rangliste abgeschrieben zu werden.

10. Unsere Empfehlung für kleine Unternehmen

Für die typische Unternehmenswebsite mit 8 bis 30 Seiten empfehlen wir den Gutenberg Editor plus eine Block-Erweiterung. Das ist schnell, günstig, gut zu pflegen und lässt Sie jederzeit weiterziehen.

Kadence Blocks ist dabei unsere Standardwahl, GenerateBlocks eine gleichwertige Alternative.

Elementor empfehlen wir, wenn ein Marketing-Team ohne Entwickler regelmäßig eigenständig Kampagnenseiten baut und der Geschwindigkeitsvorteil den späteren Wechsel aufwiegt. Divi empfehlen wir, wenn eine einmalige Lizenz für viele kleine Projekte den Ausschlag gibt.

Und wenn Sie schon auf einem Builder sitzen? Ein Wechsel ist kein Selbstzweck. Sinnvoll wird er, wenn ohnehin ein Relaunch ansteht. Wählen Sie bei dieser Gelegenheit ein Theme nach harten Kriterien, nicht nach der schönsten Demo, und die Werkzeugfrage beantwortet sich fast von selbst. Für die Sichtbarkeit danach sorgt dann die Suchmaschinenoptimierung, nicht der Editor.

11. Fazit

Ein WordPress Page Builder Vergleich, der nur Funktionen zählt, beantwortet die falsche Frage. Elementor ist der stärkste visuelle Builder, Divi das beste Preis-Leistungs-Paket für Vielbauer, Beaver Builder die sauberste Agenturlösung. Und der Gutenberg Editor mit Kadence Blocks ist für die meisten kleinen Unternehmen die Option, die in fünf Jahren am wenigsten wehtut.

Fragen Sie vor der Entscheidung nur eines: Was steht in meinem Beitrag, wenn ich dieses Plugin abschalte?

Das Ziel ist ein konkretes Bild: Eine Kollegin ändert die Öffnungszeiten in drei Klicks, ohne Sie zu fragen. Das Update am Dienstag läuft durch, ohne dass eine Seite verrutscht, und wenn in vier Jahren ein neues Design kommt, ziehen Ihre Texte einfach mit um. Das ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage des Formats.

12. Anhang: Checkliste vor der Entscheidung

Gehen Sie diese sieben Punkte durch, bevor Sie sich für den richtigen Page Builder entscheiden. Sie brauchen dafür keine Technikkenntnisse, nur eine halbe Stunde.

  1. Ausstieg: Testen Sie auf einer Kopie, was nach dem Abschalten des Plugins im Beitrag steht.
  2. Dateien: Zählen Sie im Quelltext der Startseite die eingebundenen CSS- und JS-Dateien.
  3. Redaktion: Lassen Sie die Person, die später pflegt, eine Testseite ändern.
  4. Lizenz: Rechnen Sie den Preis auf fünf Jahre hoch, nicht auf ein Jahr.
  5. Pflege: Prüfen Sie im Plugin-Verzeichnis, wann das letzte Update erschienen ist.
  6. Theme-Bindung: Klären Sie, ob der Builder ein bestimmtes Theme voraussetzt.
  7. Notfall: Legen Sie ein Backup an, bevor Sie irgendetwas davon ausprobieren.

Sie möchten wissen, welcher Editor zu Ihrer Website passt, oder sitzen auf einem Builder und wollen wieder herauskommen? Schreiben Sie uns, wir melden uns innerhalb von 24 Stunden:

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Häufige Fragen zum WordPress Page Builder Vergleich

Für eine Website aus Text, Bildern und Kontaktformular nicht. Der Gutenberg Editor ist in WordPress enthalten und deckt diese Fälle vollständig ab. Ein Page Builder lohnt sich, wenn Sie regelmäßig komplexe Landingpages bauen, mit Vorlagen arbeiten und im Team ohne Entwickler gestalten möchten.

Das hängt vom Speicherformat ab. Elementor legt Layout und Inhalte laut eigener Entwicklerdokumentation als JSON in den Post-Metadaten ab, dort bleibt nach dem Abschalten wenig übrig. Shortcode-Builder wie WPBakery hinterlassen sichtbare eckige Klammern. Block-Inhalte aus Gutenberg oder Kadence Blocks bleiben dagegen als HTML lesbar.

Tendenziell ja, zwingend nein. In unserer Stichprobe aus Braunschweig luden Seiten mit Builder im Median 46 CSS- und JavaScript-Dateien, Seiten ohne Builder 15. Ein sauber konfigurierter Builder kann deutlich besser abschneiden, ein überladenes Theme deutlich schlechter. Entscheidend ist die Pflege, nicht allein das Werkzeug.

Technisch ja, günstig meistens nein. Es gibt keinen verlässlichen Automatismus zwischen den Systemen, deshalb werden Seiten in der Regel neu aufgebaut. Planen Sie den Wechsel am besten zusammen mit einem Relaunch und testen Sie ihn zuerst auf einer Kopie der Website.

Der Gutenberg Editor kostet nichts und steckt bereits in WordPress. Ergänzt um die kostenlose Version von Kadence Blocks oder GenerateBlocks deckt er die allermeisten Unternehmensseiten ab. Auch Elementor und der SiteOrigin Page Builder bieten eine kostenlose Version, die für einfache Layouts ausreicht.

Vollständig vermutlich nicht. Der Block-Editor hat mit der vollständigen Seitenbearbeitung stark aufgeholt und deckt heute ab, wofür man vor Jahren ein Plugin brauchte. Spezialisierte Builder werden dort bleiben, wo sehr freie Layouts und Marketing-Funktionen gefragt sind. Für Standardprojekte verschiebt sich das Gewicht klar Richtung Blöcke.

Ein Page Builder ist ein Plugin für WordPress und läuft auf Ihrer eigenen Installation. Ein Website Builder wie Wix oder Jimdo ist ein geschlossener Dienst, bei dem Editor, Hosting und Inhalte beim Anbieter liegen. Beim Page Builder gehört Ihnen die Installation, beim Website Builder mieten Sie den gesamten Rahmen.

Disclaimer: Alle genannten Preise, Zeitangaben und Bewertungen sind Erfahrungswerte aus der Agentur-Praxis oder beruhen auf den verlinkten Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Sie können je nach Anbieter, Lizenzmodell und Projektumfang abweichen. Die Kreativschock-Stichprobe ist eine kleine, nicht repräsentative Erhebung. Rechtsverbindliche Aussagen ersetzen keine Fachberatung.

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